Resümee: Fußball-WM


Ich hab mich mit diesem Thema ja ein bisschen in die Nesseln gesetzt. Einige Leute sind jetzt anscheinend wieder genervt von mir, und ich durfte mir anhören, ich würde versuchen anderen Leuten den Spaß wegzunehmen, und mich lediglich größtmöglich Non-Konformistisch verhalten. Es geht – wie sollte es sein – um Fußball. Dabei habe ich niemandem der Freude an Fußball hat, gesagt, dass ich Fußball verbieten möchte, dass ich Fußballfans doof finde, oder ähnliches, ich habe lediglich ein paar Entwicklungen kritisch hinterfragt. Hier möchte ich einmal gesammelt darlegen, was an dem WM-Hype kritisch ist, und warum meiner Meinung nach eine regelrechte Gefahr besteht, wenn solche Entwicklungen einfach schulterzuckend hingenommen, oder gar verteidigt werden.

Schon als Kind habe ich nicht sonderlich gerne Fußball gespielt, ich war damals mehr für Basketball zu begeistern, und für Einzelsportarten – letztendlich bin ich so beim Schwimmen gelandet, und bin bis ich 21 war, 10 Jahre am Stück wöchentlich regelmäßig geschwommen. Davon die letzten 6 Jahre in der Leistungsgruppe, sprich 4 von 6 angebotenen malen die Woche verbrachte ich 2 Stunden in der Schwimmhalle, und manchmal vorher eine halbe Stunde auf einem Trainingsplatz. Das ist nicht jedermanns Sache, ich weiß. Meine war es. Das Konzentrieren auf das Schwimmen brachte mir innere Ruhe, das kühlende Wasser sorgte dafür dass mir trotz körperlicher Höchstleistung nicht heiß wurde, es gab kein Schweiß der mir kalt und salzig über das pulsierende Gesicht und brennend in die Augen rann und da sich die Bewegungen nach und nach automatisieren, blieb mir während der Trainings im Wasser viel Zeit mit meinen Gedanken. Das war mein Ding.

Und wenn man so eine Lieblingssport hat, dann interessiert einen natürlich auch, was “die Großen” so machen, man hat seine Idole, und freut sich dann, wenn z.B. eine Franzi van Almsick für Deutschland Goldmedaillen gewonnen hat. Dadurch empfindet man aber keinen Stolz. Ich jedenfalls nicht. Ich habe ja nichts dazu beigetragen, dass Franzi mehrfache Gewinnerin ist. Und Deutschland ja so gesehen auch nicht. Ergo habe ich in diesen Momenten auch keinen Nationalstolz empfunden. Und ich bin auch nicht herum gelaufen und habe gerufen “Wir sind Weltmeister”, oder gar “Deutschland ist Weltmeister”; stimmt ja auch nicht – Franzi war’s. Gut, darum soll es mir hier auch nicht gehen; wobei ich es höchst traurig und bedenkenswert finde, wenn Menschen lediglich dann Nationalstolz empfinden können, wenn Fußball-WM ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Der Großteil der Menschen wird wahrscheinlich sagen: Boah ist Schwimmen langweilig. Da bewegen sich Leute im Wasser 10 mal hin und her und fertig. Das sehe ich ein. Das akzeptiere ich. Ebenso wünsche ich mir im Gegenzug dann allerdings auch, dass man akzeptiert, dass ich Fußball langweilig finde. Ich mag, wie gesagt, Basketball ganz gerne, ein schneller Sport, viele Tricks, viele Punkte, sodass es bis zum Ende spannend bleibt. Fußball wiederum ist für mich ein langsames, langweiliges hin und her geschubse eines Balls unter dem eigenen Team, bis irgendwann mal einer durchbricht und dann eine Torchance hat. Und in der Regel ist das Spiel nach 2 Toren Vorsprung auch schon entschieden, da überrascht dann in der Regel nichts mehr; das Spiel gegen Brasilien ist und bleibt eine unglaubliche Ausnahme. Ich finde Fußball halt langweilig. Wäre doch auch doof, wenn alle nur das gleiche mögen würden, oder?

Ich habe trotzdem in den vergangenen Jahren öfters mal Fußball geschaut, wenn die WM war. Aber irgendwann war mir einfach nicht mehr danach – das geschah ausgerechnet dann, als Deutschland sein vermeintliches Sommermärchen hätte haben können – und dem damit erwachenden Fußball-Hype. Irgendwie dumm.
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