About pygospa

Stud. M.Sc. »AI, Cognition & Robotics« @ Uni Bremen. HPC, GPGPUs, *NIX & OSS, natural computing, MOOCs. Vinyl, Movies, Series. HAM Radio. Programmer @ RIC, DFKI

Gewinnt der Terrorismus?


Vor einiger Zeit hatte ich mir vorgenommen nichts persönliches mehr zu veröffentlichen. Und einige Zeit später kam der Zusatz nichts politisches mehr veröffentlichen zu wollen. Beides werde ich heute ein mal über Board werfen, denn ich habe lange mit mir darüber gerungen, zu diesem Thema etwas zu schreiben, da es mich sehr getroffen hat. Ich hatte lange mit mir gerungen, ob ich mich überhaupt dazu äußern sollte – tat es dann sogar zunächst nur sehr klein; auf Twitter.

Das was am 13.11. geschehen ist, ist unbegreiflich und geht mir sehr nahe. Insbesondere, da unter den Zielen der Auftritt einer Rockband gewählt wurde. Wer mich kennt, weiß, dass ich selbst regelmäßig ganz Deutschland bereise um hier und dort an Konzerten und Festivals teilzunehmen – je nach Band ging es dabei schon über 900km – von Husum bis nach München. Und nicht nur ich – auch viele meiner Freunde sind so Musikbegeistert und Verrückt; viele sogar noch schlimmer als ich. Da die Ziele wahllos gewählt wurden, hätte es tatsächlich auch jeden meiner Freunde treffen können, wäre es nur eine andere Band gewesen. Guckt man sich das Video an, dass der … Reporter … gemacht hat, gefriert einen das Blut – Menschen die sich aus dem Fenster in 2. und 3. Stöcken hängen um den Schützen zu entgehen, verwundete die aus dem Haus gezerrt werden und eine Menschendicke Blutspur hinter sich hinterlassen. Das macht schier Sprachlos.

Ich möchte dabei in keinem Fall all die anderen schrecklichen Tode, die Menschen aktuell täglich sterben, geringer machen, oder behaupten, die französischen toten wären „wichtiger“, oder so. Nur ist Paris tatsächlich sogar mit 700km viel näher als manch andere Strecke die ich schon gefahren bin und da es sich um den unseren Kulturkreis handelt, ist dieser Anschlag um so realer als der Krieg in Syrien der sich 4.000km weiter entfernt abspielt, in einer Region von der ich keine Bilder im Kopf habe und einer Kultur von der ich schlichtweg nichts weiß, in einer politischen Lage die sich mir, trotz aller möglichen Berichte, die ich dazu lese nur als etwas unwirkliches und unglaublich abstraktes verbildlichen kann, so sehr ich mich auch anstrenge.

Mich nimmt das ganze so sehr mit, dass ich eigentlich garnicht über das andere sprechen möchte das was mir gerade tief in der Seele brennt. Aber ich habe es nunmal angefangen, und vielleicht ist es besser, wenn man versucht, dass ganze schriftlich zu verarbeiten und vielleicht liest dies auch der ein oder andere und denkt nächstes Mal ein bisschen besser nach, bevor er sich zu Taten hinreißen lässt die völlig daneben sind.

Als die terroristischen Angriffe in Frankreich verübt wurden, war ich auf einer studentischen Konferenz; ich bin – wie schon zuvor während meiner Ausbildung und während meiner Schulzeit – wieder politisch und gesellschaftlich engagiert und versuche mit meinen (mittlerweile doch recht bescheidenen zeitlichen) Mitteln ein bisschen was für meine Interessengruppe (d.h. in diesem Fall Informatikstudierende) zu bewegen; so waren meine letzten 5 Tage geprägt von Arbeitskreisen und Vernetzung mit Studierenden aus allen Bundesländern, gepaart mit wenig Zeit (und einige wenige Stunden nachholen von Dingen für die Arbeit und die Uni). Am Samstag um ca. 1 Uhr morgens stand ich daher noch mit ein paar rauchenden Menschen vor dem Gebäude und wir quatschten ausgelassen, bis der wachhabende Security-Mensch mit einer Zigarette kurz zu uns raus kam. Wütend raunzte er uns an: „Ihr steht hier und lacht! Googelt mal. Paris! Schon 50 Tote! Und es werden immer mehr“. Dann erblickte er mich: „… wegen diesen scheiß Knacken!“

Keiner von uns wusste was los war – aber ich war erstmal perplex. „Wie bitte?!“ brüllte ich in seine Richtung, und er ging mit seiner Zigarette wieder rein (rauchte sie wahrscheinlich auf der anderen Seite des Gebäudes). Ich war sprachlos. Sofort gingen die allesamt wirklich großartigen Teilnehmer die das mitbekommen hatten, darauf ein, trösteten mich, sagten mir, ich solle auf den nicht hören und mich auch nicht mit dem anlegen. Zwei berichteten, dass sie schon gestern Streitgespräche mit dem geführt hätten, da er sich da wohl ähnlich geäußert hätte und irgendwann gemerkt hatten, dass es sinnlos sei.

Nun ist es so: Mit Fremdenhass kann ich um. Klingt vielleicht ein bisschen traurig – aber wenn man mit sowas groß wird, dann baut man irgendwann ein dickes Fell auf. Und da ich ein Mischlingskind bin, kenn ich Fremdenhass seit dem Grundschulalter – und das nicht nur aus einer Richtung. Ich muss trauriger Weise feststellen, dass Tamilen in weiten Mengen oft um ein vielfaches rassistischer sind, als der Großteil der Deutschen. Ich weiß es, denn für Tamilen bin ich ironischer Weise ein „Weißer“ – etwas das Deutsche wegen meiner Dunklen Haut oft erstmal die Sprache verschlägt. Ich bin es also gewohnt, dass man mich wegen etwas hasst, für das ich nicht kann, und das mich kaum jemand als dazugehörig annimmt, auch wenn Deutschland meine Heimat ist und ich von meinen Mitmenschen liebend gerne als deutscher würde gesehen werden wollen; das dies nicht so ist trifft mich schon lange nicht mehr.

Was mich dann aber doch echt fertig gemacht hat, war dass ich kurz darauf gegoogelt hatte, was die Person denn gemeint haben mag. Als ich dasaß und las, was in Paris vorgefallen ist. Für indirekt zu dem Zeitpunkt schätzungsweise 150 Tote mitverantwortlich gemacht und dafür beschimpft zu werden, das ist ein Gefühl, dass mir absolut neu ist und insbesondere etwas mit dem ich scheinbar absolut nicht umgehen kann. Ich war geschockt und sprachlos und hatte erstmal versucht, es zu verdrängen. „Happy thoughts“. Als das nicht wirklich funktionieren wollte, ist es in Wut umgeschlagen – und weil ich doch so gewalttätig bin, war die für mich beste Idee, meiner Wut Ausdruck zu verschaffen, mir von einem der Teilnehmer einen „Fuck Pegida“-Sticker zu besorgen, um ihn an mein Namensschild festzumachen. Ich dachte daran, mit jemanden zu Reden, aber ich wusste nicht mit wem und wie und konnte mir auch nicht vorstellen, dass irgendjemand das irgendwie nachvollziehen kann. Außerdem war ich nicht in der Stimmung andere Leute runter zu ziehen und überhaupt – im Vergleich zu dem was in Frankreich akut gerade immer noch passierte, war mein Problem unglaublich banal und albern. Vielleicht jemand anderen aufmuntern? Als auch das nicht wirklich möglich war und ich immer mehr das Gefühl hatte nicht mehr zu und in die aktuelle Situation zu gehören (oh ich würde so gerne irgendwo hin auswandern – ganz weit weg), in der ich mich gerade befand, legte ich mich zunächst zum Sterne-Betrachten raus und machte dann, als ich von vorbeigehenden Menschen darauf angesprochen wurde ob alles in Ordnung sei, beschloss ich einen ausgedehnten Nachtspaziergang zu machen um einen klaren Kopf zu bekommen. Gegen 4 Uhr morgens ins Bett, schlecht geschlafen, gegen 6 Uhr wieder wach, duschen. Eigentlich hätte ich noch zwei Arbeitskreise besuchen wollen, stattdessen saß ich da und ordnete noch mal meine Gedanken – endlich ist es auch anderen Menschen zu Ohren gekommen, kurze Gespräche mit schon oder noch wachen Konferenzteilnehmern während des Frühstücks. Um ~10:30 Uhr beschließe ich dann, dass ich das „mir zugestoßene“ kurz irgendwo mitteilen muss um es irgendwie zurück zu lassen. Twitter. Danach habe ich es tatsächlich geschafft, wieder in den Tag zurück zu finden, hatte aber den ganzen Tag eher miese und gedrückte Stimmung, die sich erst gegen Abend nach Gesprächen mit meiner Freundin ein bisschen gelegt hatte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein Mensch bin, der Gewalt aufs schärfste verurteilt und der außerdem Religionen am liebsten verbieten würde, weil er sie für eines der großen Menschheitsübel hält. Auch wenn ich an etwas höheres glaube, bin ich „Religionskritiker“ und Zitiere hier gerne Kant. Überhaupt sind die großen Aufklärer a la Kant, Descartes, Hume, Voltaire, oder Rousseau für mich Vorbilder und ich bin überzeugt, die Welt wäre ein besserer Planet, würden Menschen mehr nach den Werten und Idealen dieser genialen Philosophen leben. Ich habe mich seit jeher für schwächere eingesetzt und für diejenigen, denen Unrecht widerfährt – ich spreche mich oft für mehr Gleichberechtigung aus, unterstütze Frauenrechte, bekämpfe Homophobie – und ja, zur Bestürzung mancheines setze ich mich sogar für die Rechte von Rechten ein – denn Demokratie und Meinungsfreiheit — solange sie nicht Volksverhetzend, Verfassungsfeindlich oder Gewaltaufrufend/verherrlichend sind — endet nicht bei Standpunkten die mir zuwider sind und insbesondere halte ich auch das radikale Vorgehen der Antifa falsch, bei dem Kontaktdaten rechter Menschen veröffentlicht werden um diese angreifen zu können. Wahrscheinlich auch deshalb hat mich dieser verbale Angriff so erschüttert, denn die Taten in Paris sind für mich in keinster Weise auch nur im entferntesten vertretbar. Trotzdem wird mir wegen meines Aussehens die Schuld dafür gegeben. Natürlich ist das Lächerlich – aber gerade in dem Moment fühlte es sich für mich als alles andere denn Lächerlich an.

Auf Twitter wurde mir nun schon unterstellt, ich würde das Attentat „so ein klitzekleines bisschen instrumentalisieren“, als ich den Tweet „Wie ich von #Paris mitbekommen habe? Der Security-Mensch kam raus und hat mich als “Scheiß Kanacke” beschimpft… \o/„ abgesetzt hatte. Klar, von jemanden der über die Lügenpresse herzieht, Flüchtlinge für die Täter hält und sich auch überall sonst als rechter Troll zu erkennen gibt und den ich daher geflissentlich ignoriert habe. Nichts desto trotz kann sich jetzt natürlich auch ein hierher verirrter Leser fragen – toll, aber was soll das?

Ein Grund schrieb ich ja oben schon – es tut einfach gut und hilft beim Verarbeiten, wenn man sowas versucht in einem Text niederzuschreiben, um es dann abschließen zu können. Es tat mir auch verdammt gut, wieviele Menschen, sowohl direkt vor Ort (direkt nach der Beschimpfung) aber auch über Twitter und privat sich wohlwollend dazu geäußert haben. An jeden einzelnen von euch: Ihr seid toll, danke! Ich bin kein Mensch der groß ist, im Reden über eigene Gefühle und das fällt mir umso schwerer, je weniger ich die Menschen kenne – und von den wirklich alten Freunden gibt es leider nicht mehr allzu viele – daher ist schreiben ein tolles Ventil für mich.

Ein nicht zu vernachlässigender weiterer Grund – und für mich tatsächlich auch Motor es trotzdem zu veröffentlichen auch wenn ich eigentlich über nichts privates und nichts politisches mehr schreiben wollte – ist die Tatsache, dass ich nun auch mehrere Texte und Videos sehen musste, wo andere Menschen verantwortlich gemacht werden, für diese Taten, die genau so wenig dafür können. Vielleicht hilft dieser Text euch, zu verstehen, was ihr da tut.

Insbesondere diese Schlagzeile hat mich schockiert. Dieser Mensch bekommt nun massive Morddrohungen – für etwas das er nicht getan hat, und das er allem Anschein nach aufs entschiedenste verurteilt; nicht auszuschließen, dass darunter auch Menschen sind, die das ernst meinen könnten. Und alles nur, weil irgend ein Arschloch der Meinung ist, seinen Fremdenhass instrumentalisieren zu müssen. Dies ist aber nur das krasseste Beispiel. Amerika erwägt nun, keine syrischen Flüchtlinge mehr ins Land zu lassen – dabei sind das die Menschen, die vor der IS flüchten und das täglich erleben, was in Paris nun an einem einzigen Abend passiert ist.

Und auch gegen Moslems wird nun wieder gewettert – nicht nur von Pegida und anderen Rechtsradikalen Gruppen; auch sogenannte Journalisten lassen sich zu Hass und Schuldzuweisungen hinreißen. Die Reporter von CNN sind nur eines von vielen furchtbaren Beispielen:

Hört bitte auf damit! Ziel von Terroristen ist es Angst und Schrecken in unsere Köpfe einzupflanzen, und uns an unserem normalen Miteinander zu hindern. Immer wieder machen wir selbst uns das klar – immer wieder erzählen uns das auch Journalisten, Künstler, Sportler, etc. Die Deutsche Elf wird auch weiterspielen, so kurz nach dieser unglaublichen Tragödie. Denn wir glauben an unsere Werte und an unsere Lebensweise und genau deshalb wollen wir uns diese nicht nehmen. Sonst hätte der Terrorismus doch gewonnen?

Nur, leben wir tatsächlich wie immer weiter, wenn wir jetzt Angst oder gar Hass gegen jeden Menschen verspüren, der Muslimisch oder gar nur Fremd aussieht? Wenn wir jetzt unsere Werte vergessen und andere Länder bombardieren, und damit (neben vielleicht auch legitimen Zielen) noch mehr unschuldige Menschen töten und für noch mehr Leid sorgen? Wenn wir unsere Herzen für Fürsorge und Nächstenliebe verbarrikadieren und Flüchtlinge an unseren Grenzen Erfrieren und Ertrinken lassen? In dem wir uns so sehr von Hass zerfressen lassen, dass wir dazu übergehen und Bilder per Fotoshop editieren um diesen Hass ein Ventil zu geben? Und indem wir uns selbst immer weiter in unseren Rechten und Freiheiten beschneiden, mit Forderungen nach lückenloser Vorratsdatenspeicherung, mehr und neuen biometrischen Daten, etc.?

Und hört verdammt noch mal auf damit, Menschen wie Du und ich dafür verantwortlich zu machen, was einzelne Spinner verbrechen. Nein, nicht jeder Moslem kennt jeden anderen Moslem; daher hätte niemand davon wissen können, davor warnen müssen, etc. Nein, nicht jeder Moslem ist so, und lebt einen Islam, wie den, der von Terroristen propagiert wird. Welche Ziele gehören denn – neben der westlichen Welt – zu den Angriffszielen der bspw. ISIS? Andere muslimische Ausprägungen, etwa Shiiten – die im Irak am laufenden Band exekutiert werden.

Weil 1% Menschen einer Weltreligion sich geisteskrank und kriminell verhält sollen jetzt alle Moslems so sein? Dann, so frage ich mich – warum distanziert ihr euch nicht von Anders Breivik? Der hat das im Namen des Christentums gemacht – sind also alle Christen kriminell? Müssen sich die Christen nicht verantworten? Hätten die Christen uns nicht warnen müssen, vor einem solchen Terroranschlag? Muss ich jetzt nicht Angst haben, vor jedem Christen? Sollte ich etwa losziehen und Kirchen und christliche Häuser anstecken? Sollten Christen überall auf der Welt an der Grenzen verwiesen werden?

Mit Waffen führen wir den Krieg gegen den Terror schon lange vor dem 11. September, und seit 9-11 mit ganz starker Fokussierung. Der 13. November zeigt uns, dass wir weit davon entfernt sind, uns als Sieger zu sehen. Und aktuelle politische und gesellschaftliche Entwicklungen zeigen, dass der Terror scheinbar Erfolg hatte – wenn wir uns jetzt gegenseitig bekämpfen, dann hat der Terrorismus wahrscheinlich sogar schon gewonnen.


PS: Nur damit das klar ist – wer jetzt meint hier mit rechten Parolen und geistigem Dünnschiss rumzurotzen und das als Meinung zu verkaufen, der wird hier auf meinem Blog wieder gelöscht. Überdies herrscht auf meinem, privaten und persönlichen Blog sowieso keine Meinungsfreiheit für jedermann – hier habe ich Hausrecht und bestimme, wer etwas sagen darf und wer nicht – und nach AFD, Pegida etc. habe ich absolut kein Bock mehr auf euch rechte Hetzer, Rassisten, Islamhasser und Nazis, also probiert es erst gar nicht. Falls doch, dann stellt euch doch bitte so klug an und begeht hier gleich eine Straftat – Volksverhetzung, Beleidigungen, Morddrohungen – bitte. Ich werde jede dieser Aussagen die einen Straftatbestand erfüllt nicht löschen sondern sofort zur Anzeige bringen – nur damit das klar ist.

An alle andern: Ich freue mich natürlich wie immer auch über eure Meinungen. Und an jeden Einzelnen, der nicht gleich anfängt alle zu Verurteilen: Danke. Bitte werdet mehr, sonst gewinnen die am Ende wirklich noch…

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Jahreswechsel


Wie jedes Jahr gibt es auch dieses Jahr wieder einen WordPress Rückblick, der wie immer sehr toll zusammengefasst ist. Allerdings, und auch dass werden meine treuen Leser bemerkt haben, war hier in den letzten Monaten nichts mehr los, weswegen die Statistik für das gesamte Jahr nun eher mau ausfällt. Gerade mal 24 Beiträge habe ich verassen können, davon fallen 50% auf den Februar, 3 auf den Januar, zwei auf Juli und September, und jeweils einer auf März, Mai, und September. Nun, was soll ich sagen? Ich mag das Bloggen immernoch und halte es für einen der wichtigsten Web 2.0 Dienste. Aber ich lasse mich in letzter Zeit zu viel mit anderen Dingen ablenken. Hinzu kommt, dass dieses Jahr unglaublich ereignisreich war: Umzüge, Jobwechsel, Bachelorarbeit, Beginn des Masterstudiums, Lernen für die Amateurfunkprüfung, … da blieb wenig Zeit für den Blog. Zumal ich ja auch ein Privatleben habe und nun auch wieder mit meiner Freundin zusammen wohne, für die ich dann auch Zeit aufwenden muss (und möchte!).

Rückblickend muss ich sagen: 2014 war ein verdammt gutes Jahr. Ich habe vieles erreicht, bin in meinem absoluten Traumjob untergekommen, habe neue interessante Menschen kennen gelernt, mich vielen neuen Aufgaben gestellt und mich auch durch die wenigen Niederlagen und Miesmenschen nicht von meiner Bahn abbringen lassen; insgesamt war ich sehr glücklich, gelassen und zufrieden – es geht also endlich wieder in die richtige Richtung.

Und so bin ich fast schon ein wenig traurig dass es schon vorbei ist – wie immer rasend schnell, wenn es einem gut geht. Ich bin aber auch positiv, dass es so weiter gehen wird, und so habe ich schon einiges für das Jahr 2015 vor, unter Anderem natürlich auch, wieder mehr zu bloggen. Ich hoffe, diesen Vorsatz in die Tat umzusetzen – an Themen und Ideen mangelt es nicht, und ich habe auch schon wieder einiges inpetto; viele Themen sind schon grob ausgearbeitet, und spätestens zu den Semesterferien wird die Zeit für Feinschliffe da sein.

Bleibt mir also treu und seid gespannt! Und feiert schön, kommt gut ins neue Jahr! Nach langem werde ich mal wieder in meinem Heimatort und mit Familie statt mit Freunden feiern; und auch darauf freue ich mich schon sehr! Hoffe ihr kommt ähnlich positiv ins neue Jahr! Bis dahin! 🙂

Euer

~pygospa~


Die WordPress.com-Statistik-Elfen haben einen Jahresbericht 2014 für dieses Blog erstellt.

Hier ist ein Auszug:

Die Konzerthalle im Sydney Opernhaus fasst 2.700 Personen. Dieses Blog wurde in 2014 etwa 8.400 mal besucht. Wenn es ein Konzert im Sydney Opernhaus wäre, würde es etwa 3 ausverkaufte Aufführungen benötigen um so viele Besucher zu haben, wie dieses Blog.

Klicke hier um den vollständigen Bericht zu sehen.

Schon wieder Medienrummel um Nichts und das Internet ist an allem Schuld.


Ganz Deutschland empört sich, in den Medien gibt es seit Tagen kein anderes Thema mehr – auf den Social Media Kanälen nur ein Gesicht, welches damit als Sinnbild für folgendes Wort geprägt wird: Datenklau! Ein massiver eingriff in unsere Privatsphäre wie er schlimmer nicht mehr sein könnte.

Wurde etwa Merkels Handy ein weiteres mal abgehört? Ist bei der Bevölkerung endlich angekommen, dass bei der NSA massenweise private Daten abgegriffen werden? Das Mitarbeiter der NSA schon von einer Tradition sprechen, wenn sie massenweise und routinemäßig Nacktbilder von scheinbar jedem von uns austauschen – Bilder die zum teil ohne unser mitwissen gemacht werden, weil die NSA mittel und Wege hat, unsere Webcams an Handys, Rechnern (und neuerdings Fernsehern) abzugreifen?

Nein. Das Gesicht ist das von Jennifer Lawrence (warum übrigens ausgerechnet sie, bei allen Artikeln die es irgendwo im Internet zu diesem Thema gibt?! Spiegel geht soweit und listet jeden Artikel zum Thema Promibilderklau – ob nun Jennifer Lawrence drin vorkommt oder nicht – unter die „Themenseite” Jennifer Lawrence) und es geht um eine Handvoll naiver Promis, die aus einem Selbstdarstellungsdrang heraus Unterwäsche-Pose-Fotos und Nacktbilder gemacht haben, diese dann in „die Cloud“ [tm] geladen haben, und sich nun darüber empören, das jemand es geschafft hat die Passwort für den Cloudzugang in wenigen Versuchen zu erraten… Und das bietet nun soviel Gesprächsstoff, das man sich diesem Thema nicht entziehen kann, selbst wenn es einen (wie mich) nicht wirklich interessiert… ERNSTHAFT, LEUTE?!

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Das BarCamp Kiel 2014


Zum 5. mal in Folge öffneten sich am Freitag, den 22.08.2014 die Türen des Wissenschaftszentrum Kiel GmbH – welches versucht, Wissenschaft und Forschung zusammen zu bekommen, und welches das Herz des an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel angrenzenden Wissenschaftspark bildet – für rund 300 Leute, die dort zwei Tage lang ein BarCamp abhielten. Ich war nun schon zum zweiten Mal im Folge dabei, nachdem es 2012, als ich das erste Mal davon hörte, leider nicht geklappt hat. Dieses mal musste ich dafür ganz aus Bremen anreisen, aber es hat sich, wie schon bei meinem ersten BarCamp 2013, gelohnt.

Nun hab ich es beim ersten Mal leider versäumt, darüber zu bloggen – diesmal allerdings soll es ganz bestimmt passieren, daher fange ich schon damit an, noch ehe ich zu Hause bin – wenn ihr das also gerade lest: Dieses Jahr hat es geklappt :). Ich möchte euch hier kurz erklären, was ein BarCamp ist und dann soll ein kleiner Rückblick auf das diesjährige BarCamp folgen, bei dem ich im Detail auf alle besuchten Sessions eingehen möchte. Falls jemand nur an Feedbacks zu bestimmten Sessions interessiert ist – besucht habe ich am

Tag 1:

  • Site Clinic
  • Bloggen und Geld verdienen
  • Security Testing
  • E-Mail 2.0
  • Flugzeuge tracken mit dem Raspberry Pi

Tag 2:

  • Kreativ auf Knopfdruck
  • Konkurrenzmonitoring
  • Nutzungsideen für den Raspbery Pi
  • Big Data
  • Panorama undHDR Fotographie.

Wenn die für euch interessanten Sessions dabei waren, scrollt einfach herunter ;).

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Zeitreise in das Jahr 2024


Webmaster Friday Logo by Ralf (bohncore.de)

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Webmaster Friday is a continuous blog carnival initiated by Martin, author of tagSeoBlog in June 2009. Every Friday a new topic is released on the website webasterfriday.de, as motivational help for bloggers to have a topic to blog about, as well as to collect thoughts from different blogger to a certain question and to give bloggers a platform on which they can actually reach more visitors with their blogs.

The topic is announced on Thursdays at 5 o’clock, p.m. (UTC+1) via Twitter. Just follow @webmasterfriday to get the next topic. There are no charges, no requirements to fulfill and no restrictions. If you want to join, just read the Mitmachen-section of the website.

As there are no other rules I’ll decide according to the topic whether to answer in English or in German (visible to you by the language of the entry heading as well as the category), but as it is a German blog carnival most entries will probably end up being German. Here you’ll find my previous entries on this series.


KW31: Euer Blog 2024

Ja, das ist mal ein lustiges Thema, das Martin sich für diese Woche ausgedacht hat – wobei es auch nie verkehrt ist, sich einmal Gedanken darüber zu machen, wo man auch hin möchte. Ich habe das in den letzten Jahren mehrfach und intensiver getan, als damals, als ich mit dem Bloggen gestartet hatte – und es unter anderem auch schon in einem Draft zusammen getragen zum Webmaster-Friday Thema „Blogsterben“ – aber der Beitrag ist dann auch unveröffentlicht geblieben. Ja, ich bin ein wenig unzufrieden über meinen Blog, und zwar hauptsächlich aus drei Gründen:

  1. Ich schreibe in letzter Zeit viel weniger offen, als ich es gerne würde
  2. Die Dreiteilung hat ein paar Sachen zum Vorschein gebracht, und ich weiß noch nicht so ganz, wie ich damit umgehen möchte
  3. Ich möchte mehr Gestalltungsfreiraum, um meinen Blog mehr zu einem Portfolio zu machen.

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Die besten YouTube-Kanäle


Webmaster Friday Logo by Ralf (bohncore.de)

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Webmaster Friday is a continuous blog carnival initiated by Martin, author of tagSeoBlog in June 2009. Every Friday a new topic is released on the website webasterfriday.de, as motivational help for bloggers to have a topic to blog about, as well as to collect thoughts from different blogger to a certain question and to give bloggers a platform on which they can actually reach more visitors with their blogs.

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KW30: Die besten YouTube-Kanäle

Nach dem es lange Zeit nicht’s interessantes mehr für mich beim Webmaster Friday gab, kommt heute endlich mal wieder ein Thema, das ich interessant finde, und zu dem ich auch etwas sagen kann. Es geht um YouTube Kanäle und die Frage ist ganz einfach: Was sind Deine Liebingskanäle auf YouTube?

Zu YouTube bin ich übrigens, wie zu so vielem doch erst recht spät gekommen; dabei weiß ich noch ganz genau, dass YouTube eigentlich als eine Dating-Seite angefangen hat – die Idee: Menschen machen Videos von sich, statt irgend welche Profile oder Partnerwünsche/-gesuche von sich zu geben. Eigentlich sogar ziemlich Klever – auf ‘nem Video kriegt man jemand anderen ja mit viel mehr Sinnen mit, das ganze ist authentischer. Als einer der Erfinder dann aber ein Video verschicken wollte, aber nicht konnte, weil es als E-Mail Attachment zu groß war, wurde der Grundstein für das YouTube von Heute gelegt: Die “Mach Dein eigenes Fernsehn”-Seite.

Aber für mich dann doch eher uninteressant, sowas. Nunja, was aus YouTube geworden ist, sehen wir ja heute. Damals waren es – nach meinem Empfinden vor allem alberne Kinder, die irgendwas albernes gemacht haben. Pubertierende Mädchen, die auf Betten hüpfend Playback gesungen haben, etc. Immer mal wieder hat man mal geguckt, was passiert da so. Aber da war’s noch uninteressant; das ist quasi wie heute, nur das die Kinder jetzt Computerspiele spielen, und dabei im Hintergrund rumquatschen (nennt sich dann Let’s Plays). Ich jedenfalls entdeckte erst 2007 auf Gran Canaria dank meines Mitbewohners, dass es doch auch viel auf YouTube gibt, dass sich zu entdecken lohnt. Der nämlich nutzte YouTube ganz selbstverständlich um Informationen über Reiseziele auf Gran Canaria zu finden, um neue Videos zu Themen die ihn interessierten zu finden (primär christliche Themen, oder aber für ihn Studiumrelevantes) oder um sich selbst Gitarre bei zu bringen. Wow. Dieses Potential war mir völlig unbekannt. Und nachdem ich dann auch anfing zu suchen, konnte ich kaum mehr aufhören. Und mittlerweile sind da neben vielen Dokus und interessanten (Lehr)-Videos zu unterschiedlichsten Themen ja auch viele Sachen bei, die zwar von irgendwelchen Amateuren zu Hause gemacht werden, aber doch eine gewisse Professionalität an den Tag liegen, oder aber auf ihre eigene Art und weise sehr kreativ und daher sehenswert sind.

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Resümee: Fußball-WM


Ich hab mich mit diesem Thema ja ein bisschen in die Nesseln gesetzt. Einige Leute sind jetzt anscheinend wieder genervt von mir, und ich durfte mir anhören, ich würde versuchen anderen Leuten den Spaß wegzunehmen, und mich lediglich größtmöglich Non-Konformistisch verhalten. Es geht – wie sollte es sein – um Fußball. Dabei habe ich niemandem der Freude an Fußball hat, gesagt, dass ich Fußball verbieten möchte, dass ich Fußballfans doof finde, oder ähnliches, ich habe lediglich ein paar Entwicklungen kritisch hinterfragt. Hier möchte ich einmal gesammelt darlegen, was an dem WM-Hype kritisch ist, und warum meiner Meinung nach eine regelrechte Gefahr besteht, wenn solche Entwicklungen einfach schulterzuckend hingenommen, oder gar verteidigt werden.

Schon als Kind habe ich nicht sonderlich gerne Fußball gespielt, ich war damals mehr für Basketball zu begeistern, und für Einzelsportarten – letztendlich bin ich so beim Schwimmen gelandet, und bin bis ich 21 war, 10 Jahre am Stück wöchentlich regelmäßig geschwommen. Davon die letzten 6 Jahre in der Leistungsgruppe, sprich 4 von 6 angebotenen malen die Woche verbrachte ich 2 Stunden in der Schwimmhalle, und manchmal vorher eine halbe Stunde auf einem Trainingsplatz. Das ist nicht jedermanns Sache, ich weiß. Meine war es. Das Konzentrieren auf das Schwimmen brachte mir innere Ruhe, das kühlende Wasser sorgte dafür dass mir trotz körperlicher Höchstleistung nicht heiß wurde, es gab kein Schweiß der mir kalt und salzig über das pulsierende Gesicht und brennend in die Augen rann und da sich die Bewegungen nach und nach automatisieren, blieb mir während der Trainings im Wasser viel Zeit mit meinen Gedanken. Das war mein Ding.

Und wenn man so eine Lieblingssport hat, dann interessiert einen natürlich auch, was “die Großen” so machen, man hat seine Idole, und freut sich dann, wenn z.B. eine Franzi van Almsick für Deutschland Goldmedaillen gewonnen hat. Dadurch empfindet man aber keinen Stolz. Ich jedenfalls nicht. Ich habe ja nichts dazu beigetragen, dass Franzi mehrfache Gewinnerin ist. Und Deutschland ja so gesehen auch nicht. Ergo habe ich in diesen Momenten auch keinen Nationalstolz empfunden. Und ich bin auch nicht herum gelaufen und habe gerufen “Wir sind Weltmeister”, oder gar “Deutschland ist Weltmeister”; stimmt ja auch nicht – Franzi war’s. Gut, darum soll es mir hier auch nicht gehen; wobei ich es höchst traurig und bedenkenswert finde, wenn Menschen lediglich dann Nationalstolz empfinden können, wenn Fußball-WM ist. Aber das ist ein anderes Thema.

Der Großteil der Menschen wird wahrscheinlich sagen: Boah ist Schwimmen langweilig. Da bewegen sich Leute im Wasser 10 mal hin und her und fertig. Das sehe ich ein. Das akzeptiere ich. Ebenso wünsche ich mir im Gegenzug dann allerdings auch, dass man akzeptiert, dass ich Fußball langweilig finde. Ich mag, wie gesagt, Basketball ganz gerne, ein schneller Sport, viele Tricks, viele Punkte, sodass es bis zum Ende spannend bleibt. Fußball wiederum ist für mich ein langsames, langweiliges hin und her geschubse eines Balls unter dem eigenen Team, bis irgendwann mal einer durchbricht und dann eine Torchance hat. Und in der Regel ist das Spiel nach 2 Toren Vorsprung auch schon entschieden, da überrascht dann in der Regel nichts mehr; das Spiel gegen Brasilien ist und bleibt eine unglaubliche Ausnahme. Ich finde Fußball halt langweilig. Wäre doch auch doof, wenn alle nur das gleiche mögen würden, oder?

Ich habe trotzdem in den vergangenen Jahren öfters mal Fußball geschaut, wenn die WM war. Aber irgendwann war mir einfach nicht mehr danach – das geschah ausgerechnet dann, als Deutschland sein vermeintliches Sommermärchen hätte haben können – und dem damit erwachenden Fußball-Hype. Irgendwie dumm.
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