Was sind die drei bewegendsten Bücher in deinem Leben?


Webmaster Friday Logo by Ralf (bohncore.de)

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Webmaster Friday is a continuous blog carnival initiated by Martin, author of tagSeoBlog in June 2009. Every Friday a new topic is released on the website webasterfriday.de, as motivational help for bloggers to have a topic to blog about, as well as to collect thoughts from different blogger to a certain question and to give bloggers a platform on which they can actually reach more visitors with their blogs.

The topic is announced on Thursdays at 5 o’clock, p.m. (UTC+1) via Twitter. Just follow @webmasterfriday to get the next topic. There are no charges, no requirements to fulfill and no restrictions. If you want to join, just read the Mitmachen-section of the website.

As there are no other rules I’ll decide according to the topic whether to answer in English or in German (visible to you by the language of the entry heading as well as the category), but as it is a German blog carnival most entries will probably end up being German. Here you’ll find my previous entries on this series.


KW08: Blog-Steckbrief: Was sind die drei bewegendsten Bücher in deinem Leben?

Es ist mal wieder Freitag, und das heißt “Webmaster Friday”-Zeit. Wer sich jetzt beschweren möchte, dass ich doch letzte Woche den Freitag auch mal wieder verschlafen hätte: Nein, habe ich nicht, aber zum Thema Fitnessgadgets – sinnvoll oder nutzlos? hätte ich so viel Beitragen können, wie der Papst zum Sex (entschuldigt, gestern lief Stromberg im Kino 😉 ). Dafür dann aber diese Woche, in der Benjamin Blum die Frage stellt, was eigentlich unsere drei bewegensten Bücher waren. Das Thema wird weiter ausgeführt, es geht eben nicht um nur gut geschriebene Bücher, sondern um Werke, die Schlüsselpunkte in unserem Leben markieren würden, die uns in der Seele getroffen hätten, oder uns sogar verändert hätten.

Wow. Das ist ein schwieriges Thema. Ich habe viel gelesen. Leider muss ich in der Vergangenheitsform reden, denn in den letzten Jahren bin ich kaum mehr zum lesen gekommen – ich glaube, die letzte Fiktion war Harry Potter. Sachbücher lese ich natürlich immer noch, der Beruf des Informatikers beinhaltet ja ständiges weiterbilden (so habe ich gerade vor kurzem ein Sachbuch rezensiert). Aber von den Büchern der letzten Dekade hat mich keines wirklich bewegt. Ich muss also weit zurück in meine Jugend. Als kleiner Junge hab ich noch fast täglich mehrere Stunden vor Büchern verbracht: mir eröffnete sich eine völlig neue Welt, als ich als Kind irgendwann meine eigene Bücherhallenkarte bekam.

Wie so viele war mein erstes Buch die “Bunte Fibel” mit den Sockenpuppen “Mo und Mara”, mit denen man in der Schule das Lesen lernte (auf dieser Seite werden die alle gelistet – meines war die Auflage von 1991, die einzige mit dem Untertitel “Mara und Mo”). Aus dieser Fibel ist mir eine der letzten Geschichte sehr im Hinterkopf geblieben. Die von der Eule, die lesen lernen wollte, und daher Menschen beobachtete, und alles genau so tat, wie die Menschen: Ein Buch nehmen, eine Lesebrille aufsetzen, sich in einen gemütlichen Ohrensessel setzten, das Buch aufschlagen und reinstarren. Lesen konnte sie dennoch nicht. Mich hat diese Geschichte sehr traurig gemacht. Aber deshalb war die gesamte Fibel jetzt nicht sonderlich bewegend, auch wenn es sicherlich eines der prägstensten Bücher war: Ich kann mich noch an ganze Sätze erinnern, und natürlich hab ich damit ja auch erst lesen und schreiben gelernt.

Der kleine Vampir

Ich möchte das Buch nun aber nicht auflisten, denn es wurde mir ja quasi durch die Schule auferzwungen. Das aller erste Buch, zu dem ich freiwillig gegriffen habe, und dass mich wirklich geprägt hat, sind die Bücher von Angela Sommer-Bodenburg zum kleinen Vampir. In der Buch-Reihe geht es um den ~8-10 jährigen Jungen Anton, der wie so oft mal wieder abends alleine zu Hause ist, und sich daher verbotener Weise einen Gruselfilm im Fernsehen anschauen will. Dabei tritt dann ein biologisch(!) etwa gleichaltriger Vampir in Antons Zimmer, der schon seit 800 Jahren tot ist – eigentlich zum “essen”. Aber der Vampir, Rüdiger, findet gefallen an Anton, und da Vampire keine Freunde haben dürfen, freundet er sich heimlich doch mit Anton an. Die beiden beiden erleben viele Abenteuer, Anton lernt weitere Vampire kennen (u.A. Rüdigers Schwester Anna, die sich in Anton verliebt, oder Tante Dorothee, die sogar Vampire beißt und der Anton nie begegnen dürfte), und muss sie vor “Geiermeyer”, dem Friedhofswärter und Vampirjäger schützen und kommt aber selbst regelmäßig in brenzliche Situationen, denn seine Eltern dürfen von alle dem auch nichts erfahren. Die wiederum sind nämlich genervt von Antons plötzlicher Fixierung auf Vampire und wollen ihm das wieder austreiben.

Das Buch war das erste, dass ich mir aus der Bücherhalle ausgeliehen habe – ich war damals mit meiner Mutter und meinen kleinen Bruder dort, wir bekamen unsere Karten, und danach sollten wir uns was aussuchen. Ich war damals, wenn ich mich recht entsinne noch recht lesefaul, und lief durch die Regale, ohne wirklich etwas zu finden, während mein Bruder sich schon begeistert auf die Comics stürtzte. Irgendwann fand ich dann aber eine schwarze Kiste, ausgelegt mit schwarzem sammt auf der mit roter Schrift “Gruselkiste” stand, und in dieser Kiste waren neben ein paar anderen Kinder-Horrorgeschichten auch das Buch vom kleinen Vampir. Ich nahm es, blätterte ein wenig darin, und wollte es dann mitnehmen. Nachdem meine Mutter es mit komischen Blicken begutachtete, und für “in Ordnung” befunden hatte, verschlang ich es dann zu Hause in fast einem Zug. Ich wette, meine Mutter hat diesen Tag sehr bereut, denn wie auch die Eltern Antons wollten meine Eltern mir die danach aufkommende Fixierung für Vampirgeschichten wieder abgewöhnen. Ich las sie jedenfalls alle – und mehrfach. Inklusive Hörspiele und auch die zwei Serien-Verfilmungen (1985 und 1993). Kaufen durfte ich mir keines, denn meine Eltern fanden diese morbide Fastzination dann doch irgendwie doof. Das ging so weit, dass ich zu Fasching immer als Vampir gehen wollte, dass ich, wannimmer möglich mit meinen Eltern auf den Friedhof gehen wollte, wenn es hieß “lass uns spazieren gehen”, und auch möglichst viele Wege über den Friedhof “abkürzte”, andauernd mit Decken als Umhängen herum lief, immer nur roten Traubensaft trinken wollte, und dass ich jede Nacht beim Schlafen das Fenster öffnete, in der Hoffnung, es würde ein Vampir herein kommen.

Ich las dann natürlich auch andere Bücher – primär Vampirgeschichten. Aber die kleine Stadtteilsbibliothek hatte dann irgendwann keine neuen Geschichten mehr, und wenn ich gerade wieder auf eines der Bücher wartete, weil es schon von jemand anderem ausgeliehen war, holte ich mir dann – um die Lücke zu füllen – ein anderes Buch; kam so also nach und nach zum lesen aller möglicher Bücher.

Erst vor kurzem habe ich die Geschichten erneut gelesen – meine damalige beste Freundin wollte mir eine ganz besondere Freude machen, und schenkte mir einen Sammelband, nachdem sie die Geschichte vor Jahren gehört hatte, und wusste, dass es meine Lieblingsbücher waren, ich sie aber nie besessen hatte. Das hatte mich dann wirklich sehr gerührt 🙂 . Abseits von der Tatsache, dass ich die Sätze stellenweise auswendig kannte, fiel mir beim ernueten Lesen aber auf, dass es doch recht platt ist. Ich könnte die Bücher heute jedenfalls niemandem empfehlen. Aber als Kind haben sie mich sowohl in die Welt des Horrors als auch in die Welt des Lesens generell eingeführt, und mich über mehrere Jahre hinweg begleitet – stärker als es jedes andere Buch in meiner frühen Jugend tat.

Was ist Was: Das Mikroskop

Wenn es darum geht, welches Buch mich am stärksten geprägt hat, dann muss ich mich wohl fragen, welches Sachbuch es war, dass ich damals gelesen hatte, dass dafür gesorgt hat, dass ich ein so starkes wissenschaftliches Interesse ausgeprägt habe. Biologie, Chemie, Physik, Mathe – das waren schon immer meine Schulfächer. Wäre ich fast wegen Latein sitzen geblieben, und wäre es den Lehrern garnicht aufgefallen, ob ich nun in Deutsch, Geschichte oder Politik anwesend war, oder nicht, so saß ich in den naturwissenschaftlichen Fächern immer ganz weit vorne und hatte die Hand fast über die komplette Zeit oben. Eine Sache, an die ich mich noch erinnere ist, wie überrascht ein Grundschullehrer war, als ich ihm in Sachkunde tatsächlich alle Pflanzennamen nennen konnte, anhand von Blättern, Früchten oder Körnern, die er mithatte. Am Ende meinte er, er hätte noch nie einen Schüler gehabt, der alles gewusst hatte. Und an meinen Biologie-Lehrer, dem die Kinnlade herunter fiel als ich der Klasse erklärte was Agar Agar ist, und wofür es verwendet wird; trotzdem wollte der Lehrer mir immer nur eine 2+ geben *grummel*. Ich hab tatsächlich neben den vielen Vampir- und Detektivgeschichten vor allem Sachbücher verschlungen. Mein Hauptinteresse galt den Dinosauriern, die ich auch alle benennen konnte – statt der Mikey Maus oder später der Bravo kam bei mir das Heft Dinosaurier! wöchentlich ins Haus, und dieses komplementierten ettliche Sachbücher über Dinosaurier. Ein anderes Buch, dass ich schon im jungen Alter zum Geburtstag geschenkt bekam, und immernoch besitze ist der “Große Atlas der Sterne” über den ich mich als Kind fast mehr gefreut hatte, als über das Spielzeug, da er viele große tolle Bilder hatte. Vor allem die Größenvergleiche fand ich gewalltig. Und dann hatte ich natürlich auch einige Bücher über Wahle und Delphine, meine Lieblingstiere (vor allem Orcas).

Es muss also unbedingt auch ein Sachbuch in der Reihe meiner drei bedeutensten Bücher aufgenommen werden. Nur welches? Nach ein wenig überlegen bin ich fast ein wenig irritiert davon, dass ich nicht sofort darauf gekommen bin. In die Welt der Wissenschaft hat mich nämlich ein Buch besser hinein geführt als jedes andere. Zu Weihnachten bekam ich von meiner Oma ein kleines Kinder-Mikroskop inklusive dem Buch Das Mikroskop aus der Kinder-Sachbuchreihe Was ist Was, von denen ich übrigens ein ganzes Regalbrett voll hatte. Und seit dem hatte ich alle möglichen und unmöglichen Sachen Mikroskopiert. Jedes Objekt, das in der Geschichte der Mikroskopie aufgeführt wurde, fand auch auf meinen Objektträgern ein Zuhause, und jede Untersuchung wurde penibel genau dokumentiert. Schnell musste ein besseres Mikroskop her, und als ich dann auf dem Flohmarkt ein richtig tolles Mikroskop gefunden hatte, konnte sich nichts mehr vor mir retten 😀

Eines dieser “Laborbuchseiten”, die aber viel weniger ordentlich war, als viele anderen, und bei der vor allem auch die Zeichnung fehlt, habe ich erst neulich beim Umziehen wiederentdeckt.

Mikroskopier-Logbuch

Mikroskopier-Logbuch

Dies waren meine ersten Schritte in das wissenschaftliche Arbeiten, und auch hier gilt, dass ich das freiwillig in meiner Freizeit gemacht habe (und zwar im zarten Alter von 10 Jahren!). Sicherlich nicht das erste Sachbuch, aber eines, dass mich, zusammen mit dem Mikroskop dazu befähigte, selbständig wissenschaftlich zu arbeiten, und Freude daran zu finden. Diese Freude und dieses Interesse haben bis heute angehalten, ich kann sie zu dem Buch zurück datieren, also hat hier sicherlich eine sehr starke Prägung statt gefunden.

Narn î chin Húrin

Das letzte Buch war wieder sehr einfach zu finden. Nachdem meine Detektiv- und meine Vampir-Zeit um war, fing ich an – mittlerweile sind wir in der Gymnasialzeit angekommen – mich mehr und mehr für Fantasy, Science Fiction und Mittelalterliches zu interessieren. Einer der wichtigsten Autoren des Fantasy-Genres ist natürlich Tolkien, und auch Der Herr der Ringe war eines der Bücher die ich las – lange bevor das ganze überhaupt den Film-Hype mit sich zog. Die Geschichte vom Herr der Ringe fand ich zwar toll, aber die allzugroße Begeisterung erweckte das Buch nicht wirklich in mir. Dafür tat es ein anderes aus der Feder Tolkiens: Narn î chin Húrin, zu Deutsch: “Die Geschichte der Kinder Hurins”. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob es mein erstes, oder mein zweites Tolkienbuch war – wenn es das zweite war, muss das erste Der Herr der Ringe gewesen sein. Jedenfalls war es in der Reihenfolge der Bücher, in der man Tolkien lesen kann, völlig deplaziert. Es handelte sich, in seiner ursprünglichen Veröffentlichung um eine Fragment-Veröffentlichung. Tolkien hat die Geschichte zu Lebzeiten nicht mehr fertig gestellt – sie war allerdings an Stellen mehrfach überarbeitet, sodass die Teile teilweise nicht mehr zusammen passten. Christopher Tolkien veröffentlichte das Werk zunächst “as is”, mit viel Hintergrundmaterial, alternativen Erzählsträngen, ausgearbeiteten Teilen oder Zusammenfassungen von Teilen, die noch fehlten, und die sich nur aus dem Kontext der anderen Werke erahnen ließen. Es geht um Melkor, das erste große übel, um die Silmaril und um die Schlacht der Menschen und Elben gegen ein Übel, das weit über das hinaus steigt, was Sauron ist; zeitlich betrachtet am Anbeginn der Zeit, während Der Herr der Ringe eigentlich den Abschluss der Sagen aus Mittelerde darstellt.

Melkor, einer der Valar, Götter von Arda (Arda ist die Welt von der Mittelerde nur ein kleiner Teil ist) wird böse, und in seiner Habgier zerstört er die Bäume des Lichts, Laurelin und Telperion, die bis dahin die einzigen Lichtquellen der Welt waren. Nur ein Schatten ihrer Schönheit bleibt mit zwei Früchten zurück, welche die Valar daraufhin von zwei Maiar, Arien und Tilion, Helfern der Valar, in Kutschen weit Außerhalb von Arda über den Himmel gefahren werden – Sonne und Mond. Die Elben, welche zusammen mit den Valar auf Valinor, einer Insel Ardas leben, hatten zuvor allerdings 3 Edelsteine – die Silmaril – geschmiedet, in denen das Licht der Bäume eingefangen wurde. Mit hilfe dieses Lichts hätten die Valar die Bäume wiederbeleben können – die Elben allerdings, durch Melkors Intrigen vergiftet, enthalten diese den Valar vor. Letztendlich schafft Melkor es die Silmaril an sich zu bringen, und flieht mit den drei Edelsteinen nach Mittelerde. Damit beginnt der Krieg der Menschen und Elben gegen Melkor – die Valar, enttäuscht von dem Verrat der Elben bewegen Valinor von Mittelerde weg, sodass die Elben, welche Melkor folgen wollen, nicht mehr zurück können und auf Mittelerde ihrer Unsterblichkeit beraumt werden (später wird das dahingehend aufgehoben, dass die Elben zwar – und als einzige – mit ihren Schiffen zurück zu den Valar fänden, dann aber auch für immer dort bleiben müssen). Auf Mittlerde treffen die Elben auf die Menschen (welche anders, als die Elben auf Mittelerde geboren werden und die Valar nie zu Gesicht bekommen) und überreden diese, sie bei ihrer Fehde gegen Melkor zu unterstützen, der seinerseits fleißig war, und neben vielen geringeren Übeln, wie Spinnen, Balrogs oder Trollen, auch seine großen Übel schafft, von denen einer Sauron ist. Auch fängt Melkor Elben, und foltert sie solange bis aus ihnen die Orks werden – zwar seine schwächsten, aber zahlreichsten Geschöpfe, die von den Elben am meisten verabscheut werden.

Ich finde das lustig, dass Du mir gefühlt mehr über die Geschichte Mittelerdes erzählen kannst, als über unsere reale Weltgeschichte

(Zitat meiner Freundin)

Das ist die Vorgeschichte, die im Buch Das Silmarillion im Detail erzählt wird, von der sich im “Narn î chin Húrin” allerdings kein einziges Wort findet. Somit war ich tatsächlich ins kalte Wasser gestoßen, wusste nicht, wer die einzelnen Personen waren, und warum sie gegeieinander kämpften. Húrin jedenfalls wird als standhaftester Mensch und letzter überlebender der Schlacht der ungezählten Tränen gefangen genommen, da er als einer der wenigen Menschen weiß, wo das wichtigste Königreich der Elben, die sagenumwobene, verborgene Stadt Gondolin, liegt, deren Fall das Ende des Krieges und Melkors endgültigen Sieg bedeuten würde. Húrin schweigt auch unter der schlimmsten Folter und so verflucht Melkor Húrins Familie, und lässt Húrin mit der Gabe, alles sehen zu können, einsperren. So bekommt dieser mit, wie seine Familie nach und nach stirbt: Seine Tochter Lalaith stirbt an einer Krankheit, sein Sohn Túrin jedoch wird von dem Drachen Glaurung all seiner Erinnerung beraubt und versucht ein ehrbares Leben zu führen, bringt aber allen Leuten nur Unglück und Verderben. Gegen Ende verliebt er sich in ein Mädchen, dass er im Wald findet. Als aber der Drache getötet wird, und Túrin sein Gedächtnis wieder bekommt, muss er erfahren, dass das Mädchen seine sehr viel Jüngere Schwester Nienor ist, die auf der Suche nach ihm war, ihn aber nicht kannte, da sie noch ein Baby war, als er fortging. Und er wiederum wusste nicht, wer er war, weswegen er die Person, die Nienor suchte, nicht kannte. Beide töten sich daraufhin selbst, da sie mit der Scham und Schuld nicht leben können.

Ich weiß nicht, ob man sich vorstellen kann, wie unglaublich gut dieses Buch geschrieben sein muss, dass es mich, obwohl mir der komplette Hintergrund fehlte, so sehr in den Bann gezogen hat. Dieses Buch markierte meine Tolkinifizierung, danach las ich das “Silmarillion”, gefolgt von den vielen Aufsätzen und Kurzgeschichten, die in vielen Bändern als Nachrichten aus Mittelerde gesammelt wurden, las auch den “Herrn der Ringe” weitere Male (das hätte ich sonst wahrscheinlich nicht getan), Der HobbitRoverandum, Das Buch der Verschollenen GeschichtenGiles of Ham, …

Wer mich besuchen kommt, wird in meinem Wohnzimmer eine riesige Karte Mittelerdes finden, ich bin begeistert von Peter Jacksons erster Trilogie um Mittlerde, in der er so vieles mehr hat einfließen lassen, aus eben den ganzen anderen Büchern, als es der “Herr der Ringe” hergegeben hätte. Und so habe ich über die Jahre eine große Sammlung von Figuren die als Film-Merchandise entstanden sind bei mir angehäuft: Ü-Eier-Figuren, Burger King-Figuren, original Weta Merchandise, sowie knapp 100 aufwendig bemahlte Bleifiguren aus einer Sammelheft-Serie. Mein WLAN heißt “Arda” (das der alten Wohnung hieß “Mittelerde”), meine Handys hießen Palantír, Slimaril und Nauglamír, meine Rechner Laurelin, Telperion und Lalaith, … Zeitweise konnte ich sogar ein winziges bisschen “Sindarin” sprechen. Ja, die Fantasiewelt Tolkiens ist schon eine meiner größeren Leidenschaften, und in diese wäre ich wahrscheinlich nie so tief eingestiegen, wenn ich nicht irgendwann die “Narn i chin Húrin” völlig zufällig in den Händen gehabt hätte.

Übrigens gibt es von der “Narn” nun auch eine überarbeitete Version, die Christopher Tolkien als “Geschichte der Kinder Húrins” heraus gebracht hat. An diese habe ich mich noch nicht gewagt – das interessante der alten Veröffentlichung war meiner Meinung nach, dass “Narn” übersetzt wird als eine überlieferte Geschichte, deren Wahrheitsgehalt nicht so ganz überprüft werden kann. Dass das Buch Tolkiens unvollständig war, die Geschichte aus Fragmenten bestand, und teilweise alternative Erzählstränge gegenüberstellte, unterstrich dies, und machte die Geschichte meiner Meinung nach besonders gut – es gibt dem ganzen eine ganz besonderen Charme. Die aktualisierte Version nun hat Christopher in eine ganz normale, kontinuierliche Geschichte verwandelt, so wie er denkt, dass sein Vater es gewollt hätte (nachdem er im Vorwort der vorherigen Version noch schreibt, dass er das nicht sicher wisse). Sie mag sicherlich ebenfalls gut sein. Geprägt hat mich aber das Original.

Fazit

Ich glaube, die drei Bücher:

  1. Angela Sommer-Bodenburg: Der kleine Vampir
  2. Was ist Was: Das Mikroskop
  3. J. R. R. Tolkien: Narn î chin Húrin

haben mich, wie oben dargestellt, entscheidend geprägt, und gehören daher zu den Büchern, die besonders hervor gehoben werden sollten. Von diesen drei Büchern würde ich vor allem das Buch (in der Originalfassung) “Narn î chin Húrin” jedem Fantay-Freund näher legen. Von den anderen beiden kann ich jetzt nicht sagen, dass sie besonders gut gewesen wären. Ich kann mich noch an eine Diskussion erinnern, bei der es darum ging, dass Angela Sommer-Bodenburg eben keine gute und wertvolle Kinderliteratur sei, und die Menschen doch wieder mehr Bücher von Otfried Preußler oder Erich Kästner lesen sollten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass jene beiden Herren mich nicht so sehr begeistern konnten, dass ich ihretwegen mit dem Lesen angefangen hätte – nein, dass hat eben nur Frau Sommer-Bodenburg geschafft. Womit ich aber nicht den Wert der anderen Bücher in Frage stellen möchte! Als Kind habe ich mir sehr gerne auch aus Die Kleine Hexe, Das Kleine Gespenst und vor allem aus Der Räuber Hotzenplotz vorlesen lassen, und eine meiner ersten Detektivgeschichten war Kästners Emil und die Detektive. Daneben habe ich aber wirklich auch sehr viel anderes gelesen, bestimmt 80 Bände der Drei Fragezeichen, unzählige Gänsehaut-Bücher, bestimmt die hälfte aller Fünf Freunde, ettliche Aventurien-Bücher, alle möglichen Bücher von Wolfgang Hohlbein und Stephen King, und auch die Autoren Franz Kafka, Friedrich Schiller, Max Frisch oder Siegfried Lenz habe ich sehr gerne gelesen. Und ich denke aus jedem dieser Bücher ist auch ein wenig was an mir “kleben” geblieben 😉

Wie sieht das denn bei euch aus? Habt ihr Bücher, die euch ungeheuer geprägt haben? Zählt diese doch gerne in den Kommentaren auf. Oder nehmt selbst an der Blogparade teil. Einfach bis spätestens kommenden Donnerstag einen Artikel verfassen, auf Martins Beitrag verweisen und ihr seid dabei! Ich freue mich jedenfalls schon sehr darauf zu lesen, welche Bücher die anderen Teilnehmer nennnen werden, vielleicht findet sich da ja der ein oder andere Titel, der es auch auf meine “Noch zu lesen”-Liste schafft?

Und wenn ihr zufällg noch mehr interesse daran habt, was ich so gelesen habe, oder aktuell lese, könnt ihr auch gerne mal bei meinem GoodReads Account vorbei schauen. Er ist nicht sonderlich gepflegt, was bisher gelesenes anbelangt. Dafür aber finden sich alle aktuell auf meinem Schreib- oder Nachttisch befindlichen Bücher dort. Bis vielleicht nächsten Freitag 😉

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