Bist Du West- oder Ostblogger?


Webmaster Friday Logo by Ralf (bohncore.de)

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Webmaster Friday is a continuous blog carnival initiated Martin, author of tagSeoBlog in June 2009. Every Friday a new topic is released on the website webasterfriday.de, as motivational help for bloggers to have a topic to blog about, as well as to collect thoughts from different blogger to a certain question and to give bloggers a platform on which they can actually reach more visitors with their blog.

The topic is announced on Thursdays at 5 o’clock, p.m. (UTC+1) via Twitter. Just follow @webmasterfriday to get the next topic. There are no charges, no requirements to fulfill and no restrictions. If you want to join, just read the Mitmachen-section of the website.

As there are no other rules I’ll decide according to the topic whether to answer in English or in German (visible to you by the language of the entry heading as well as the category), but as it is a German blog carnival most entries will probably end up being German.


KW30: Bist Du West- oder Ostblogger?

Eine komische Frage um in eine Blogparade einzusteigen. Ich habe aber schon seit einigen Monaten mit Interesse den Antworten von g4s3 und habe mir seit längerem Vorgenommen, hier auch mal mit zu machen. Da die Zeit bisher gefehlt hat, kam es nie dazu, nun sah ich zufällig, dass heute wieder Freitag ist und ich auch mal ausnahmsweise Zeit habe – und dachte mir: Wenn nicht jetzt, wann dann? Ich hoffe also nun auch regelmäßiger hier zu bloggen. Aber genug zum Vorgeplänkel. Kommen wir zum eigentlichen Thema.

Geschichts-politisch betrachtet wohne ich in den alten Bundesländern und qualifiziere mich damit wohl als “Westblogger”. Geographisch gesehen müsste ich mich aber wohl eher “Nordblogger” schimpfen: geboren in der Freien und Hansestadt Hamburg hat es mich dann immer weiter in den Norden verschlagen, jetzt bin ich im wunderschönen Kiel versackt, an der Ostsee. Vielleicht also doch Ostseeblogger? Von allen Bezeichnungen, die mir beim Schreiben für mich durch den Kopf gingen gefällt mir diese jedenfalls gerade am Besten. Am allerliebsten wäre mir wohl aber Nordseeblogger, nur dazu kommt diese Frage dann jetzt drei Jahre zu spät.

Als Westblogger habe ich mich jedenfalls noch nie gefühlt, auch Nordblogger klingt komisch, aber mit Norden, bzw. Norddeutscher verbinde ich sehr viel mehr als mit dem Begriff Westdeutscher. Ich fühle mich also keiner der beiden Gruppen zugehörig. Besonders aber finde ich die Bezeichnung im Internet irritierend. Das Internet lebt davon, dass Menschen von überall herkommen können, das Meinungen zählen. Herkunft, Hautfarbe, Alter, Geschlecht, Stand – all das wird im Internet wegabstrahiert – was bleibt sind Texte, die Meinungen widerspiegeln und als solche erst einmal alle gleichwertig nebeneinander sind. Das ist es doch, was den Reiz des Internets aus macht?

Man kennt sich oft besser, als viele Leute, die man im realen leben kennen lernt, weil man sich dort eben nicht sofort die Meinungen und Standpunkte auf die Nase bindet, und viele Menschen einfach schon von vornherein wegen teilweise völlig unbegründeten Antipatien vorverurteilt und nichts mit ihnen zu tun haben möchte. All dies gibt es im Internet nicht – hier erlebt man eine Welt in der die Ansichten und inneren Werte das erste Merkmal (und oft auch das einzige) ist, das man von anderen Bloggern, Forennutzern, Mailinglist-Abonnenten, … kennen lernt und aufgrund dessen man entscheidet, ob man sympathien zu der misteriösen unbekannten Person dahinter aufbaut, oder nicht. In anderen Communities können das naütrlich auch wieder ganz andere eigenschaften sein, etwa die handwerkliche Fähigkeitunter vernetzten Programmieren, das Talent in der Foto-Community oder aber die Fantasie, mit der jemand Fanfictions zu einem bestimmten Themenkreis schreibt. Es bleiben in der Regel abstrakte und stark Charakterbehzogene Eigenschaften. Das ist es, was mich schon immer an dem Internet fastziniert hat, und weswegen ich hier auch so aktiv geworden bin. Hier also eine künstliche Grenze in Form von West- und Ostbloggern herzustellen fände ich also sehr traurig. Denn auch wenn es nun schon 23 Jahre her ist so erlebe ich oft noch, das Abfällig über “Ossis” geredet wird, und natürlich gibt es durch die sprachlichen Gegebenheiten sofort ein Diskriminierungs- bzw. auch Zusammengehörigkeitsmerkmal, das sofort auffällt.

Erlebt habe ich die Trennung wohl, da ich als 84ger Jahrgang noch vor der Wende geboren bin, aber tatsächlich erlebt – nunja, nicht wirklich – im Alter von 1-6 haben mich noch andere Sachen eher interessiert. Woran ich mich aber erinnern kann, war das ich in meiner frühen Jugend oft verwirrt war, bezüglich der Hauptstadt Deutschlands – Bonn oder Berlin? Als Kind hatte ich das wohl noch nicht so ganz durchschaut. Außerdem habe ich mich immer sehr über Post amüsiert, die uns noch mitte und ende der 90ger aus dem Ausland zugesendet wurde, und die an “WEST-GERMANY” adressiert war. Aber damit erschöpfen sich dann meine Erlebnisse auch wieder.

Ob wir ein ungeteiltes Land sind? An für sich ja – ich für meinen Teil muss aber leider wohl sagen: Naja. Ich selbst war nur zwei male im Osten, mein Vater der nur auf dem Pass Deutscher ist, war mal dort und hat von den vielen Nazis erzählt, von denen er irgendwann in den frühen 90gern im Auto angegriffen wurde. Und als ich in der 8. Klasse mal in Mecklenburg-Vorpommern an der Mecklenburgischen Seenplatte war, musste ich ähnliches miterleben. Seit dem bin ich Vorsichtig geworden. In Leipzig – der anderen Stadt in der ich sehr viel später war – hat es mir andererseits wiederum sehr gut gefallen, dort hatte ich nicht das Gefühl in einem nicht- bzw. anders deutschem Teil unserer Republik zu sein. In Mecklenburg-Vorpommern soll es aber, nach Aussagen von Leuten die ich kenne, auch weiterhin noch sehr schlimm sein, was die Fremdenfeindlichkeit anbelangt, dementsprechend ist es zumindest für mich persönlich als individuelles Empfinden ein doch irgendwo geteiltes Land, denn in die neuen Bundesländer kann ich nicht wirklich, oder nur mit mulmigem Gefühl, reisen.

Und vor der letzten Frage zum Thema “West- und Ostblogger”, nämlich dem Solidaritätszuschlag, möchte ich mich mal drücken, denn ich muss ehrlich gestehen, dass ich mich in diese Thematik noch nie ernsthaft eingearbeitet habe. Ich könnte lediglich wiedergeben, was Medien mir eintrichtern wollen, und das tue ich eher ungern. Also aus purem Wissensmangel: Keine Ahnung ob der Solidaritäts- oder Armenzuschlag so genannt werden sollte und ob es ihm noch bedarf, sorry. Aber was sollte ich da auch groß zu beitragen können, wenn selbst die Gerichte sich schon seit Jahren darüber streiten, ob dieser überhaupt Verfassungskonform ist?

Mach mit!

Hast Du etwas interessantes zum Thema West- und Ostdeutschland zu erzählen? Anekdoten, eigene Erlebnisse, Meinungen zur Einheit? Ich freue mich natürlich immer über einen Kommentar. Wenn Du aber tatsächlich auch West- oder Ostblogger bist, dann solltest Du vielleicht auf die Seite des heutigen Themas surfen, und mitmachen. Aber selbst wenn Du nicht selbst bloggst, nun aber nach der Lektüre meines Beitrag das Interesse für weitere Meinungen bei Dir geweckt ist lohnt sich der Besuch: Alle in dieser Woche zu dieser Frage geschriebenen Beiträge werden auf der Seite verlinkt, und so hast Du eine Vielzahl an weiteren Blogbeiträgen und Meinungen zu diesem Thema auf einer Seite vereinigt. Viel Spaß beim Schmöckern und bis zum nächsten Freitag 😉

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2 thoughts on “Bist Du West- oder Ostblogger?

  1. Pingback: Henning Uhle | Webmaster Friday – Ost oder West oder egal?

  2. Pingback: Solidaritaetszuschlag | Henry Schmid

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