CAU goes MOOC


Es ist geschehen! Ich bin immer noch ein wenig erstaunt dadrüber, aber jetzt – nur zwei Jahre nach dem drei Professoren in Stanford die Universitätswelt komplett aufgewühlt haben, indem sie jeweils einen MOOC gestartet haben (ich berichtete 😉 ), ein Jahr, nachdem Coursera sich auch für ausländische Universitäten geöffnet hat, und ein halbes Jahr, nachdem die Universitäten, die LMU München und die TU München mit ihren Vorlesungen die erste deutsche Vertretung auf dem MOOC-Markt bestritten, will nun auch die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mitmischen.

Das Thema scheint sich in der Tat herumzusprechen wie ein Lauffeuer. Nachdem ich in meinen Bekanntenkreis scheinbar nur wenig Begeisterung wecken konnte (nur 3 Studenten, von denen ich weiß, dass sie regelmäßig und aktiv an Kursen teilgenommen haben), hab ich nach und nach von immer mehr Kommilitonen gehört, dass sie sich auch mal einen Kurs angeguckt haben, oder sogar richtig durchgearbeitet haben. MOOCs kommen an – und das nicht nur bei Informatikern!

Meine Freundin als Philosophie und Pädagogik-Studentin hat auch schon einige Kurse durchgearbeitet – natürlich geisteswissenschaftlicher Natur. Aber auch einen Programmierkurs, damit sie bei mir mitreden kann, wenn ich wieder zu viel in Technik-Blah-Blah abdrifte (was ich leider nur all zu oft tue). Mehr noch – scheinbar hat sie ihrer Freundin davon erzählt, die wiederum es meinen jetzigen Mitbewohner erzählt hatte, und der hat als Pädagogik-Student letztes Semester eine Bachelor-Arbeit über das Thema geschrieben. Auch meine Freundin wird demnächst an ihrer Uni im Masterstudium eine wissenschaftliche Arbeit zum Thema MOOCs verfassen. Das Interesse an MOOCs ist also groß (und scheinbar studiere ich das Falsche – ich würde ja auch gerne was über MOOCs machen).

Und so kommt es wohl, dass jetzt auch Prof. Dr. Thomas Slawig einen MOOC zum Thema “Programmieren mit Java” erstellen möchte. Es wundert nicht, dass es Prof. Slawig ist – einer der wenigen Professoren an unserer Universität, die vorher schon ihre Vorlesungen als Podcast aufgezeichnet angeboten haben, während die restliche Professorenschaft immer noch Folien mit Passwörtern versieht, versetzt zugänglich macht (damit die Studenten nicht in der Vorlesung fehlen), oder gar keine Skripte anbieten. Das in diesem Umfeld schon so früh ein Professor hervortritt und einen MOOC anbieten möchte – damit hätte ich nicht gerechnet.

Der Kurs wird, wenn er zustande kommt, auf der Plattform iversity.org zu finden sein – yet another MOOC Platform, die neben den etablierten Plattformen wie Coursera, edX, Udacity und Futurelearn ihren Platz im MOOC-Markt erkämpfen möchte – in Europa wollen die deutschen Unternehmer die neben einigen Stiftungsverbänden für Existenzgründungen auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie unterstützt werden, Marktführer werden. Was noch fehlt? Die Kurse 😀

Aber die sollen jetzt auch kommen. Zusammen mit dem Stifterverband findet nun ein Wettbewerb statt – Professoren können ihre Kursideen und Konzepte einreichen, über eine Beschreibung und ein Video, und werden für innovative Konzepte ausgezeichnet. Ausschlaggebend ist neben dem Abstimmergebnis aller interessierten (also auch Du und ich) auch noch eine Jury, welche zehn Preisträger auswählt. Preisträger? Ja, denn die Gewinner erhalten ein für die Durchführung bestimmtes Preisgeld von jeweils 25 000€.

Mit diesem soll dann bis zum Wintersemester 2013, spätestens aber zum Sommersemester 2014 der Kurs durchstarten. Nach Ablauf eines Jahres kann sich der Kursersteller dann überlegen, ob er den Kurs nur noch kommerziell anbietet, vom Netz nimmt, o.Ä. Bis dahin muss der Kurs frei Verfügbar auf iversity laufen.

Professor Slawig bringt natürlich wieder eine Java-Vorlesung.

Weitere Informationen, so wie die Möglichkeit für ihn abzustimmen, findet man auf der von iversity und dem Stifterverband erstellten Webseite moocfelloswhip.

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