5 Jahre pygospa.wordpress.com


Ich bin nun 5 Jahre am Bloggen! Ein guter Zeitpunkt, die Korken knallen zu lassen, aber auch um die Zeit mal ein wenig Revue passieren zu lassen. Fünf Jahre sind eine lange Zeit, viel ist geschehen, der Blog hat sich stark verändert und weiter entwickelt und auch ich selbst habe mich, sicherlich auch ein wenig beeinflusst von meinem Blog, ebenfalls weiterentwickelt.

I blog… therefore I am.

Finally I seem to have caught the lousy Blogging-Virus as well.
Me, the person that always followed the development of Web 2.0 with great skepticism. Me, that person who thought of himself that he would never blog.

Das waren meine ersten drei Sätze, die ich 2008 an diesem Tage um 13:22 Uhr gepostet habe. Mit diesem Artikel erblickte mein Blog das Licht der Welt. Am Zahn der Zeit war ich damit damals nicht, denn zu der Zeit gab es wahrscheinlich schon um die 70 Millionen Blogs im Internet. Aber ich war auch relativ spät erst selbst im Internet vertreten. Grund war zunächst der mangelnde PC, dann das mangelnde Internet. Es war ein unglaublicher Akt, meine Eltern dazu zu bewegen, diese kleine graue Kiste – ein Elsa Microlink basic das über den COM-Anschluss an den PC gesteckt wurde (ich besitze sowohl das Gerät als auch das Handbuch noch, welches ein riesiges Glossar mit Fachbegriffen der Internetwelt, etwa ASCII, Download, Host, Login, Modem, etc., als auch ein AT-Kommandosatz beinhaltet). Die Telekom war damals leider sehr langsam, wir warteten fast 3 Wochen auf die Freischaltung und Montierung der neuen Telefonbuchse, an der nun nicht mehr nur ein, sondern gleich drei Steckplätze waren – aber dann hatte ich es, das Internet, und aus der Motivation heraus, mir eigene Spiele zu programmieren (ich musste meine NES ja dafür opfern, dass ich einen PC bekam (Auflage meiner Eltern)), fing ich an, nach Seiten über Programmierung zu suchen, und brachte mir zunächst HTML bei, die “Sprache des Internets”, wie ich irgendwo las…

Die Zeit bis zur Bloggründung

Damit war meine erste Homepage im Netz – “Kannan’s Universe” auf der ich mich vorstellte, jede Menge Gif-Animationen teilte, einen Artikel über meine Lieblingstiere (Orcas) schrieb, sowie meine Fastzination für den Weltraum teilte. Neben einer weiteren Seite auf der ich über meine Schule schrieb und eine, die meinen Schwimmverein vorstellte, gab es dann noch den Bereich, in dem ich meine wichtigsten Freunde auflistete und ein paar Sätze zu ihnen verlor (gangstergazelle, falls Du das hier liest – Du kannst Dich bestimmt noch an den Absatz zu Dir und Misto erinnern? 😉 ). Und natürlich gab es ein Gästebuch, sowie den obligatorischen Counter. Alles geschrieben in einem matten gelb auf einem Sternenhimmel-Hintergrund, hier und da blinkender Text …

Best viewed with Microsoft Internet Explorer 5.0. Diese Homepage wurde mit dem Microsoft Internet Explorer 5.0 und dem Netscape Communicator 4.51 getestet. Die Homepage sollte einwandfrei auf allen Versionen des Microsoft Internet Explorers laufen, aber auch auf anderen Browsern laufen. Leider muss ich euch aber sagen, dass einige Effekt nicht auf Netscape’s Communicator laufen.

Ja, ich war damals noch ziemlicher Microsoft-Fan, und fand den Internet Explorer großartig – darf man heute niemandem mehr erzählen 😉  – damals gab es aber auch den Firefox noch nicht, und lange Zeit war die einzige Alternative wirklich nur Netscape – oder, wenn man mit AOL im Internet war, der AOL-Browser. Es dauerte noch eine ganze Weile – bis ich richtig Programmieren lernte – dass ich an die Grenzen des Betriebssystems stieß, und mehr brauchte, aber auch eine kritischere Haltung zu kommerzieller Software an und für sich einnahm.

Auf Crosswinds.net war die Seite gehostet (wow, die Seite sieht heute noch so aus, wie vor über 10 Jahren!), und über kannan.cjb.net wurde auf sie weiter geleitet. Wenn man die Seite öffnete, gab es ein “Monitorbeben” – eine kleine Spielerei mit JavaScript, wenn man dann auf die Flaggen Deutsch oder Englisch geklickt hatte, landete man auf einer mit Frames gestalteten Seite, in der, wieder per JavaScript eine Überschrift von unten nach oben flog, während im Hintergrund die Melodie von Deep Space Nine lief – meiner Lieblingsserie um die Zeit, auch wenn ich sonst eher weniger der Trekki bin. Und natürlich bestand sie keinen Validator.

Ja, die Seite war ein Paradebeispiel für “The HTML Hell Page” – wie man sich zur bisherigen Beschreibung versichern kann, hab ich so ziemlich alles verkehrt gemacht, was man mittlerweile als verkehrt ansieht (ich vermute ja, meine Seite diente als Vorlage für den Text 😉 ). Aber damals – ich habe mich mit meinen 16 Jahren von ziemlich vielen anderen Webseiten inspirieren lassen – da war das noch in. Das war vor 13 Jahren. Irgendwann schloss Crosswinds seine Pforten für das kostenlose Webhosting, und damit verschwand auch meine Seite wieder. Ich versuchte mich bei GeoCities, aber wurde damit nie warm. Lange spielte ich mit dem Gedanken, eine neue Seite hoch zu laden, eine verbesserte Version. Dann wollte ich wieder was ganz anderes online stellen. Beim Durchgehen meiner alten Sachen stoße ich immer wieder mal auf Texte, Zeichnungen und Ideen für eine solche neue Seite – aber sie wurde nie wirklich realisiert. Während dieser Zeit las ich viel, war auf Datenschutz- und Hackerforen unterwegs und bekam vor allem eines sehr stark mit – die Schattenseiten des neuen Modetrends “Web 2.0”. Nicht nur dass vieles von dem unter Datenschutzgesichtspunkten höchst kritisch war – auch wurde das Internet jetzt der breiten Masse wirklich zugänglich – das merkte man vor allem in einer Abnahme der Qualität von Beiträgen auf Technik-Foren und Mailing-Listen. Oft wollten diese Leute auch gar kein tieferes Verständnis haben, sondern einfach nur, dass jemand das für sie machte. “Du kennst Dich doch aus, mach das mal bitte so und so für mich” stieß auf Menschen, die sich Jahrelang mit Technik auseinander gesetzt haben, und sich als mehr begriffen, als jemand, der den kostenlosen Klick-Dienstleister für andere spielte, und so wanderten im gleichen Zuge solche Leute von eben jenen Foren und Mailinglisten ab, was ich sehr schade fand. Dann kam noch hinzu, das ebenjene Menschen, die einen vorher als Nerd bezeichneten und zum Außenseiter machten, weil man sich für Computer interessierten, sich auf einmal toll und cool vorkamen, weil sie jetzt einen YouTube-Kanal oder ein StudiVZ-Profil hatten. Irgendwie ging mir diese Entwicklung ziemlich gegen den Strich, und so verteufelte ich lange Zeit das Web 2.0:

Blogs are, what homepages have been in the 90s – everybody has one, regardless whether those persons have to say something or not, the trend is moving towards multiple blogs: a personal one, one (or more) community blogs (mostly on a certain topic), and of course one dedicated to your child, pet, car, whatever. (…) it is (…) a reason for me to stay away from blogging, as such developments scare me. (…) I stayed away from Web 2.0 as much as I could: I don’t have a Facebook/Friendster/StudiVZ/Lokalisten/… account, I don’t promote videos or pictures on YouTube/MyVideo/Flickr/…

Wie sehr sich die Zeiten doch ändern können…

Das ich dann doch anfing zu bloggen, war dann letztendlich meinen zersplitterten Freundeskreis zu verdanken. Angefangen bei meinem besten Freund, der irgendwann wegziehen musste, und den ich aber mittlerweile zwei male im Internet “wieder gefunden” habe, und der erst im Ruhrpott, dann in Australien und mittlerweile in Amerika lebt, hin zur “Herde” – die nach Abitur, Zivil-/Wehrdienst, Bund und Ausbildung sich in Deutschland zerstreute bis (und das obwohl wir schon fast ziemlich konkrete Pläne für eine Wohngemeinschaft gehabt hatten, welche phänomenal geworden wäre), bis hin zu meinem Wegzug aus Hamburg. Der Auslöser war dann wohl mein Auslandssemester auf Gran Canaria – vor allem mit meinen lettischen Mitbewohnern (Liene, Maija un Māris! Ja tu šo lasi: Es sveicu jūs! Garām to dzirdat runāt latviski! 😉 ) wollte ich unbedingt den Kontakt halten und sie teilhaben lassen an meinem Leben nach Gran Canaria, welches sich zunächst – zurück in Husum in meiner 1-Mann-Wohnung nach einem halben Jahr 5-er WG mit den verrücktesten Gleichgesinnten, die ich je hatte und mit denen jeder Tag zu einem kleinen Abenteuer wurde, ziemlich trostlos anfühlte.

Kontakthalten ist schwer, wenn man nicht auf Social Networks vertreten ist, und so entschloss ich mich, zu bloggen. Ein anderer wichtiger Grund war, dass ich mehr Ordnung in meinem Leben wollte, mehr Zielstrebigkeit, mehr Veränderungen. Die Zeit auf Gran Canaria hat mich in meiner Denkweise und in meinem Wesen doch ziemlich beeinflusst, ich wurde mir sehr viel klarer darüber, was ich möchte, hatte eine Vision davon wer ich sein will und was ich erreichen möchte, war generell sehr positiv gestimmt, und wollte die Energie und Motivation, die ich aus dieser Zeit gezogen hatte, nutzen, konservieren und – zurück in Deutschland – unbedingt bewahren und in Taten umsetzten. Leute die diesen Blog seit der ersten Minute folgen, werden wissen, dass Persönlichkeiten wie Wolfgang Hamm, Nicola Fritze, Stephen Corvey, David Allen und Leo Babauta zur Zeit der Bloggründung eine ebenfalls sehr wichtige Rolle gespielt hatten. Ziele fixieren, aufschreiben, sich ihnen verpflichten, indem man sie öffentlich niederschreibt, Tagebuch führen über den täglichen Fortschritt beim Erreichen der Ziele, dass ist es was Motivations-, Selbst- und Zeitmanagement-Gurus einem nahelegen. Und für mich Gründe, um meinen Blog zu führen. Aber auch das Englische wieder zu üben. Nach meinem Abitur kam ich nur selten in die Situation, dass ich Englisch sprechen musste, und so viel es mir auf Gran Canaria zunächst ziemlich schwer, mich auf Englisch zu unterhalten. Das viele gemeinsame gucken von Filmen auf Englisch, und das “einfachere” Unterhalten auf Englisch als auf Spanisch sorgte dafür, dass ich wieder sehr flüssig wurde, und mein Hörverständnis auf eine Weise trainiert wurde, wie es die Schule nie schaffte. Dennoch ist das Filme-Gucken etwas passives und es hilft nichts, wenn man nicht auch selbst dazu gezwungen ist, Englisch zu reden. Da ich wenige Sprachpartner habe, mit denen ich Englisch spreche, sollte also mein Blog zum englischen Sprachpartner werden.

Blog-Ziele. Habe ich sie erreicht?

I expect topics in this blog to be about:

  • My experiences while introducing GTD and ZTD in my life.
  • The actions I take, to reach my goal in receiving a very good final diploma at the work academy.
  • My progress in turning my self from big fat lazy couch potato back to the sportive youth I used to be.
  • Remarkable things that happen in my life and that I would like to keep track of (remarkable in general is to be understood as remarkable for me).
  • Other things/thoughts/news, etc. that somehow managed to distract my attention and made me feel like they where worth being mentioned somewhere.

Ja, das waren also meine Themen und Ziele, die ich mit diesem Blog verfolgen wollte. Und ich muss zugeben, schon meine ersten Einträge machten mir unglaublich viel Spaß und Freude. Sie waren oft sehr kurz, und ich hatte noch viel Zeit: Meine Freundin wohnte noch nicht bei mir, meine beste Freundin mit der ich bis dahin fast täglich was unternommen hatte und die mich auch über Neujahr für 20 Tage auf Gran Canaria besucht hatte, brach, als ich zurück kam, aus mir noch immer unerklärlichen Gründen den Kontakt zu mir ab, und die andere Person, mit der ich viel in Husum zu tun hatte, war beruflich für mehrere Monate in Asien. Hinzu kam, dass ich auf der Arbeit nicht Ausgelastet war, und so schrieb ich schon in der ersten Woche 21 Einträge – fast drei pro Tag also.

Dennoch, über die Monate schrieb ich mehr und mehr Einträge zu völlig anderen Themen als ich antizipiert hatte. Die Beiträge zu GTD/ZTD machten mir irgendwann keinen Spaß mehr. Die Idee und/oder Hoffnung bestand darin, Gleichgesinnte zu treffen die Kommentare hinterlassen, Ideen, Anregungen, etc. Nur im deutschen Sprachraum, in dem ich aktiv in Foren war, und auch auf meinen Blog hinwies, war man wohl zu anglophob. Und somit endete die Reihe um GTD und ZTD irgendwann im November 2008 auf. Die Berufsakademie brach ich 2009 ab, nachdem ich mich dort nicht mehr länger veräppeln lassen wollte. Mit dem Sport kämpfe ich seit dem. Periodisch hab ich den immer mal wieder aufgegriffen, aber leider hat sich das auf der Waage eher zum schlechteren entwickelt. Und seit 2010 schreib ich auch nicht mehr auf Englisch. Ich wollt außerdem sehr viele technischen Blogeinträge verfassen – sprich meiner Profession entsprechend über’s Programmieren, über den Unfug den ich mit meinem Betriebssystem trieb, und über alle möglichen sonstigen Projekte (bspw. über meinen kleinen Roboter, den ich immer noch nicht aufgebaut habe 😦 ). Aber auch das passierte irgendwie nicht in dem Ausmaße, in dem ich mir das gewünscht hatte. Primär ärgerte ich mich über Vista, auf das wir im Unternehmen zwangsweise über den Druck des Mutterkonzerns umstellen musste und das mir regelmäßig den Tag verdarb. Von den vielen Freunden, denen ich meinen Blog geschickt hatte, lasen ihn scheinbar die aller wenigsten. Das “Kontakt-Halten” mit meinem alten Freundeskreis aus Hamburg, der sich in ganz deutschland verteilte, während ich ins Kaff Husum zog – auch daraus wurde nichts. Man könnte also meinen, der Blog sein grandios gescheitert.

Blut geleckt!

Allerdings habe ich mir immer offen gelassen, wohin die Reise geht. Und was der Blog geschafft hat? Mir Spaß am Bloggen zu bringen. Egal, ob es Technische Userguides waren oder nur rant, ob es über Produktivität ging oder über privates im Tagebuchstil, Metabloggen (ich liebe Statistiken!), ob es über Serien ging, oder über Musik… Das ganze machte mir mehr Spaß, als ich mir hatte vorstellen können, und die ersten Wochen wurde gepostet was das Zeug hält. 21 Beiträge in der ersten Woche, 32 im Mai. Klar, so ein hohes Pensum kann man nicht auf Dauer aufrecht erhalten. 3 Beiträge pro Tag bedeutet entweder viel Schund zu posten, oder aber hauptberuflich als Blogger tätig zu sein. 12 Beiträge folgten im Juni, im Juli waren es dann wieder 21. Der August war Beitrags-Arm – es war Sommer, gutes Wetter und der anfängliche Motivationsschub flaute ab – so wie es bei vielen neuen Dingen passiert, wenn sie ihren Glanz verlieren. StudiVZ, Twitter, Foren – oft kommt der Punkt, wo man plötzlich immer unaktiver wird, bis man plötzlich ganz weg ist – zumindest bei mir ist das so. Nur der Blog – der hat sich gehalten, und sollte alle diejenigen Lügen strafen, die gedacht hätten, der Blog sei Tod. Im Oktober folgte noch mal ein sehr aktiver Monat mit 13 Beiträgen.

Und worüber habe ich so gebloggt? Tatsächlich mit abstand am meisten über privates. 85 Beiträge in Summe, bis heute, hab ich unter Dear Diary…” einsortiert – “Personal related stuff, like things that have happend to me”. Interconnected World ist zweitplatziert mit immerhin noch 45 Beiträgen, dicht gefolgt von Art of Sound, mit nur 2 Beiträgen weniger.

Musik, Internet, Privates – das scheinen also meine Lieblingsthemen zu sein. Gar nicht gerne schreibe ich dafür in den Kategorien Visual Arts (0 Beiträge), Mensa-Geschichten (2) und Passion (3) – also Hobbies. Das liegt allerdings vielleicht auch daran, das eines meiner größten Hobbies gleichzeitig auch meine Profession ist – Technik und Informatik, aufgeteilt auf die Kategorien Profession und Artificial Aids, in Summe der eigentliche zweite Platz mit 73 Beiträgen. Aber auch generell hab ich nicht alle Kategorien immer so genutzt, wie ich sie hätte nutzen wollen und sollen – in die unteren Kategorien passt einiges mehr, als dort wahrscheinlich gelandet ist. Über was hab ich in diesen Kategorien am meisten geschrieben? Am häufigsten nutze ich meine Blog scheinbar so, wie ich kurzzeitig Twitter und mittlerweile Facebook nutze: Zum teilen von interessanten, lustigen, traurigen, nachdenklichen Inhalten, über die ich selbst im Internet stolpere. Wenn es um Musik geht, steht ASP bei mir ganz vorne, dicht gefolgt von Emilie Autumn und generellen Bandvorstellungen. Serien sind noch ein Thema über das ich mich öfters mal verliere – und – wie nicht anders erwartet, in die Kategorie Passion würden auch Themen fallen, wie mein Studium, Programmieren, oder Linux, über welche ich auch gerne mal schreibe. Mein Studium wird wahrscheinlich in Privat fallen, und dort schein ich mich gerne über Kiel auszulassen. Und seit einem Jahr ebenfalls dabei: Comics und Gratis Comics.

Und was kam am Besten bei meinen Lesern an? Nun, ich bin froh, dass es aus mehreren verschiedenen Bereichen stammt. Ungeschlagene Nr. 1 und mit 16 819 Aufrufen deutlich abseits von allen anderen Beiträgen steht immer noch If it was possible to fall in love with music…

Die Top 10 danach?

Insgesamt haben sich bis heute 60 644 Menschen auf meinen Blog verirrt – gemittelt wären das also 12 000 pro Jahr, oder 1 000 Menschen pro Monat, oder aber 178 Besucher je Beitrag. Aber natürlich war nicht jeder Beitrag so erfolgreich. Die Auswertung der Beiträge die nicht so gut ankam, ist weitaus schwieriger – wenn man nicht direkt über den Artikellink den Beitrag liest (den man automatisch anklickt, sobald man auf “more” geht), werden die Beiträge nicht einzeln gezählt. Statt dessen bekommt die Hauptseite einen Hit. Das erklärt warum sehr viele Beiträge bei mir auch 0 Hits haben – guckt man sich die Beiträge dann an, sind das alles solche, die so kurz waren, dass ich auf ein “more” verzichtet hatte. Die Hauptseite kommt jedenfalls noch einmal auf 14 291 Hits.

340 Artikel habe ich in 5 Jahren verfasst, d.h. 68 pro Jahr, oder 1,3 Beiträge pro Woche. Soll es die nächsten 5 Jahre weiter gehen? Und wenn ja, wie?

Downsides

Nachteile durch das Bloggen? Nun, einer der größten ist die Zeit, die es mich oft kostet. Dieser Beitrag hier beispielsweise ist schon seit einigen Monaten in der Mache – ich habe viel in den Statistiken gewühlt und gesucht, interpretiert und Ziele für die Zukunft formuliert. Viele andere Beiträge recherchiere ich und meistens verändert sich dabei sogar das Outline, weil ich – durch das Bloggen – auch eine Menge neuer Sachen lerne – Bildung durch Bloggen: es ist möglich 😉

Trotzdem – es geht einiges an Zeit dabei drauf. Manchmal mehr, als ich aufwenden sollte.

Eine zweite Sache, die mich irgendwann angefangen hat zu stören: Je mehr Leute aus dem Reallife meinen Blog kennen, desto mehr muss ich drüber nachdenken, wer das alles lesen könnte. Nicht dass ich ein Problem damit hätte – das was ich sage, zu dem stehe ich. Aber es ist schon vorgekommen, dass bestimmte Sachen falsch verstanden wurden. Und es ist ein sehr eigenartiges Gefühl, wenn Leute, mit denen man wenig bis nichts zu tun hat, einen auf Sachen ansprechen, die sie auf meinem Blog gelesen haben – ein komisches Gefühl, wenn man nicht weiß, was das Gegenüber über einen weiß. Besonders übel ist es, wenn Menschen etwas auf sich beziehen, das nicht auf sie bezogen war, und dann deshalb sauer auf einen werden. Auch das ist mir schon passiert, und hat mich stark nachdenklich gemacht.

Was ich ebenfalls doof finde: Meine Leser – und es sind viele – immerhin zwischen 30-50 Menschen täglich (Tendenz steigend) – sind nicht so Feedback-Freudig, wie ich es mir gerne Wünsche. Scheinbar ist die Möglichkeit, das ganze über Facebook zu nutzen für viele auch interessanter. In einem 3/4 Jahr 10 Likes auf Beiträge, 7 Kommentare und sogar ein Share. Das ist fast mehr Interaktion, als es das letzte 3/4 Jahr auf meinem Blog gab. Wie motiviert man seine Leser dazu, was zu schreiben?!

Und last but not least: Ich hab mir in den letzten Jahren viel vorgenommen, und wenig von dem tatsächlich realisiert. Das macht mich sehr traurig und es ärgert mich, dass ich dadurch auch einige im Blog gemachte Versprechen nicht erfüllt habe. Das fängt eigentlich damit an, dass ich schon nicht mehr über das GTD/ZTD geschrieben habe. Aber auch über das Polyphasische Schlafen oder den Gratis Comic Tag hatte ich viel mehr schreiben wollen, als ich es getan habe. Ich hoffe, ich habe meine Leser damit nicht all zu sehr enttäuscht.

Upsides

Es gibt natürlich auch etliches positives was mich auch weiter beim Bloggen hält. Zunächst der Punkt, dass es einfach Spaß macht, und dass es ein netter Zeitvertreib ist. Warum kann ich gar nicht so genau in Worte fassen. Es gehört sicherlich der Spaß am Schreiben von Texten dazu – und das hat mir schon in der Schule Spaß gemacht: Von allen Hausaufgaben waren für mich Essays und Aufsätze am schönsten. So lange an einem Thema schreiben, bis er halbwegs perfekt scheint, und etwas über ein Thema wiedergibt, das andere interessiert. Das scheint immer noch so zu sein, bei dem insgesamt positiven Feedback, das ich bekommen. 2-3 Menschen haben mir erzählt, dass sie nach dem lesen meines Blogs selbst Lust bekommen haben. Einer sagte, dass er einen Blog führen wird, der sich stark an meinem orientieren soll. Gibt es schöneres Feedback? Mir wurde sogar schon angeboten, dass ich professionell für eine Organisation bloggen soll! Ich hab es leider nicht weiter verfolgt, weil ich die Zeit dafür dann wahrscheinlich wirklich nicht mehr aufbringen könnte – aber solche Gelegenheiten werden sich sicherlich öfters noch mal ergeben können.

Ein wenig ist es natürlich auch Selbstdarstellung und Selbstwerbung. Heute ist das Internet nicht mehr weg zu denken, und Menschen, die sich irgendwo bewerben werden in der Regel auch “ergoogelt”. Da ist es sicherlich von Nutzen, wenn sie etwas finden, dass einen positiv darstellen lässt. Ich hoffe, dass auch das mit meinem Blog gelingen wird.

Nicht zuletzt hat es auch etwas selbsttherapierendes, wenn man sich hinsetzt, sich über das, was einem gerade im Kopf herumspukt, geordnete Gedanken macht, sie niederschreibt und mit der Veröffentlichung dann diesen Prozess abschließt und hinter sich lassen kann.

Und ich teile gerne Sachen, die ich interessant finde, die mir Spaß machen, oder bei denen ich finde, dass sie eine größere Aufmerksamkeit verdienen. Von daher wird es auf diesem Blog sicherlich auch weiter gehen.

Die nächsten 5 Jahre?

Die frage ist nur, wie? Mit g4s3 habe ich neulich darüber Diskutiert, ob man Blogeinträge löschen sollte. Da ich schon in der Situation war, es als notwendig zu erachten, habe ich damals schon darüber nachgedacht, gar nicht mehr so viel persönliches über mich zu schreiben. Das spielt natürlich gegen den Selbsttherapie-Punkt. Ich persönlich gehöre nicht zu den Menschen, die sich andere Leute suchen, um sie mit den eigenen Problemen zu belästigen. Das habe ich noch nie getan, das mag ich auch nicht, und deshalb rede ich in der Regel auch nicht über Probleme, oder sonstiges. Sie manchmal niederzuschreiben hilft da da dann doch ab und zu. Öffnet man einmal die Tür und schreibt etwas privates, fällt es auch schwer, damit einfach wieder aufzuhören.

Dennoch, wegen einiger der schon genannten Gründe wird eines meiner Ziele sein, dies wieder sein zu lassen. Um diesen Prozess zu unterstützen habe ich mir einen weiteren Blog besorgt, der nur noch für privates sein wird und auf dem ich keinen Bezug zu meiner Person herstellen werde.

Und ansonsten? Das Bloggen auf Deutsch ist schön, es fühlt sich einfacher an, geht schneller von der Hand. Aber zu mehr Interaktion auf meinem Blog hat es auch nicht geführt. 45 Kommentare seit der Sprachumstellung, von insgesamt 328. Viele von Leuten, die auch vorher schon hier kommentiert hatten. Dem entgegen stehen die Statistiken, die auflisten, wieviele User aus welchen Ländern kommen. Seit 2012 gibt es die, und in dieser Zeit kommen immer noch 40% meiner Leser nicht aus Deutschland, sondern aus den USA, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, Italien, Spanien, Frankreich, Russland, Canada,… Sicherlich sind nicht alle Themen für all diese Nationen interessant – aber das ist eher die Ausnahme.

Von einigen Lesern weiß ich, dass sie hier zwar mitlesen, aber nicht alles sie interessiert. Der Technikbereich ist sehr speziell und nichts, was jeden interessiert. Und diejenigen, die sich für den interessieren, haben in der Regel kein Interesse daran, zu lesen, was ich gestern auf diesem und jenem Konzert erlebt habe.

Genau so wenig ist ein Blog über mein Privatleben ein gutes Aushängeschild, wenn man sich irgendwo als Informatiker bewerben möchte. Was also tun?

Anfang 2010 habe ich mal einen zweiten Blog gestartet: pygospascodingblog, den ich aber eine weile später wieder aus dem Netz genommen habe, weil ich es schwierig fand zwischen den zwei Blogs hin und her zu wechseln, und jeweils zu entscheiden, wo was landet. Ich bin eigentlich kein großer Fan vom führen mehrerer Blogs, weil ich das Gefühl habe, dass es sowohl mir, als auch meinen Freunden das Leben schwerer macht.

Ich denke aber, es wird genau dort wieder hingehen. Folgendes habe ich mir überlegt:

  • Ein Profession-Blog für alle IT-Relevanten Themen.
  • Ein Medien-Blog für alle meine Rezensionen
  • Dieser Blog, welcher für den Rest ist. Das sind meine Gedanken, Sachen in, um und über Kiel, das Studium, Politik, und alles was sonst noch so von mir gebloggt wird, und nicht in meinen Professionen- oder in meinen Medienblog passt.

Auf kurze Sicht wird das ganze zunächst weiter hier auf WordPress passieren. In Zukunft aber möchte ich, das alle Blogs über ein Portal verknüpft sind, und so für jemanden, den alles interessiert, auch die Möglichkeit besteht, alles auf einen Blick zu haben, und auch alle Beiträge als einen Feed zu abonnieren. Das ist mit WordPress.com nicht möglich, also suche ich auf mittelfristig eine Lösung, die auf einem eigenen Server basieren wird. Und die Sprache? Ich denke, ich werde versuchen, größtenteils wieder auf Englisch zu bloggen. Gerade mein Profession-Blog wird komplett auf Englisch sein. Der Medienblog der größtenteils Rezensionen beinhalten wird, soll weiter auf Deutsch bleiben, und dieser Blog hier – mal gucken, je nach Beitrag.

Das sind meine Gedanken. Irgendwelche Kommentare hierzu? Was denkt ihr? Würdet ihr meinen Blog nach diesen Änderungen noch lesen, oder wär euch das zu doof? Warum?

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8 thoughts on “5 Jahre pygospa.wordpress.com

  1. Hui, das ist ja mehr als nur eine kleine Zeitreise 🙂 Besonders an deine Anfänge im Netz der Netze kommt mir seltsam vertaut vor – Bob(!) waren das damals schlimme Zeiten im HTML-Bereich, wenn ich da zurückblickend drauf schaue. Egal, jedenfalls hast Du es gerade geschafft, dass ich mich selbst sehr an meine Anfänge und den Werdegang im Netz nachgedacht habe und das gefällt mir.

  2. Na, da muss ich meinem Drang, als lesender Nichtkommentator doch was zu schreiben, doch mal nachkommen:
    Seit Du mir von deinem Blog erzählt hast (ich glaube, das war vor ca. einem 3/4 Semester), landet mein ein oder anderer Seitenaufruf bei Dir. Durch Deine neuerliche Facebook-Integration fällt einem doch ab und zu mal eine News ins Gesicht, wobei News von mir gerne übersehen werden, wenn ich mal länger als 2 Tage nicht online bin (zumindest in fb).
    Mir gefällt Dein Artikel sehr, gerade Deine Gedankengänge und Abwägungen, was Beliebtheit und Unklarheit bezüglich Leserschaft angeht.
    Ich kann nachvollziehen, dass Du Dir zunehmend Gedanken um Privatsphäre und/oder Anonymität machst, manchmal denke ich bei meinem Pseudonym auch darüber nach, wo der jetzt eigentlich schon RL-verknüpft ist…
    Du möchtest das also alles auftrennen und über eine globale Sache zusammenhalten, widerspricht das nicht genau Deiner Vorstellung von Trennung und Arbeitgeber-Googeln?
    Falls Du einen Programmierer brauchst, ich bin da 😛
    Gibt es, was RSS angeht, nicht irgendein Plugin für WordPress?

    Ich bin immer wieder fasziniert, wo Du die Zeit für das Schreiben hier hernimmst, mach weiter so!

      • Also meine Idee wäre ja dann folgende (vielleicht kennst Du Dich da ja sogar mit aus, g4s3 – Du hast ja auch schon mehrere Blogs bei wordpress.com parallel laufen 😉 ): Ich hätte dann ja drei WordPress.com-Blogs unter dem selben Autor. Schön wäre es wenn der User auf einer Seite per Checkbox oder so auswählen kann, ob er nur einen der drei Blogs, zwei oder alle drei als einen RSS-Feed abonnieren möchte. Das irgendwie über eine zentrale Portalseite, oder so. Die Portalseite würde ich mir so vorstellen, dass es drei Reiter gibt, und hinter jedem steckt einer der Blogs.

        Soweit ich das sehen kann (hab aber auch nicht im Detail geschaut, sondern nur mal eben schnell), kann ich zwar ne Seite einrichten, die auch als Startseite verwendet wird – die wäre aber nur statisch, und ich kann keine anderen Blogs dort in Reiter verpacken. Würde mir auch reichen, wenn diese Funktionalität mit einem Blog gegeben wäre, aber wie ich das dann hinbekomme dass er drei Reiter hat, und jeder Reiter eine andere Auswahl an Blogartikeln bietet die entweder getrennt, oder optional mit beliebig vielen anderen Reitern als ein gemeinsames RSS-Feed abonniert werden können, hab ich noch nicht so ganz durchschaut.

        Aber wie gesagt, hab auch nur mal kurz drüber geschaut, und grad eigentlich garkeine Zeit dafür. Am Wochenende schau ich mal näher. Aber groß was zu programmieren braucht man dafür sicherlich nicht. Ein kleiner Feed-Aggregator auf der Hauptseite – fertig. Nur lässt WordPress.com einen als Nicht-Pro-Kunde nicht skripten – und bevor ich Pro-Kunde werde, hole ich mir dann doch endlich mal einen eigenen Host… Aber vielleicht gibt es sogar ein in WordPress.com aktiviertes Plugin, müsst ich mal schauen 😉

        • Ah, ich verstehe, wie der Hase läuft. Also, ich erzähle das jetzt einfach mal so, wie ich das bis her handhabe:

          Ich nutze einen externen Feedaggregator (feedstitch glaub ich hatte ich damals gewählt) um einen Feed zu produzieren der alle Blogs enthält – brauch ich nämlich an einer anderen Stelle, wo das alles aggregiert aufbereitet wird. Pro Forma, fällt mir jetzt nicht wirklich ein, wie das auf wordpress.com funktionieren könnte, mir falle da allerdings einige Ideen ein:

          1.) Man kann Feeds zu bestimmten Kategorien oder Tags abonieren – wird zwar nirgends so richtig gezeigt, funktioniert aber 😉 (Beispiel gibts zum Beispiel hier http://wpguy.com/articles/multiple-tag-category-queries/) – man müsste dann jeweils vielleicht nur gesondert die Feeds offen ersichtlich auf deiner Seite verlinken.

          2.) Man könnte vielleicht Seiten erstellen, die nur den Inhalt von bestimmten Kategorien oder Tags beinhalten – da müsste ich auf jeden Fall aber auch erstmal nach Suchen, wie das funktionieren würde.

          3. ) Du kannst ja das Promoten deiner Artikel auf die Startseite unterbinden und da dann zum Beispiel eine “About”-Seite draus machen, die Posts müssten dann auf einzelne Seiten ausgelagert werden.

          Wie schon gesagt, ich habe das alles selber noch nicht ausprobiert, so dass ich mir nicht sicher bin, ob das überhaupt so funktioniert. Auf einem selbstgehostetem wordpress sollte das wahrscheinlich vergleichsweise trivial funktionieren, im Zweifelsfall, müsste man hier ein eigenens Plugin noch schreiben, das die Aufgabe löst – sollte aber machbar sein.

      • Ich weiß nicht viel über WordPress, außer, dass es recht viele Plugins zu geben scheint.
        Aber ich wusste (bisher) nicht, wie pygospa seinen Blog hostet. Dass es da Einschränkungen gibt, hatte ich nicht bedacht.

        • Ja/nein – an sich gibt es nicht wirklich Einschränkungen in Bezug auf WordPress (außer vielleicht die üblichen in Bezug auf PHP, aber das ist ja vernachlässigbar), ABER Automattic als Firma hinter wordpress.com (und polldady.com) möchte natürlich ganz gerne das eigene Produkt vermarkten: Was heißt das in Bezug auf wordpress.com? – Nun ja, möchte man mehr als die Basisfunktionalitäten (custom Designs, mehr Speicherplat, alle Plugins(?)), so wird man zur Kasse gebeten – mehr oder minder zu einem vernünftigen Preis -, was ja auch irgendwie verständlich ist.

    • Hey illonis,

      danke für das Lob (das Du einer der Mitlesenden bist, wusste ich bspw. nicht mehr :D).

      Das mit dem Aufteilen war nicht ganz so gemeint. Meine Idee ist es, da generell ein wenig stärker eine Struktur rein zu bringen, so dass Menschen, die nur an Musik-, Film-, Serien- oder Comic-Rezensionen interessiert wären, auch nur diese lesen müssen (so weit gehen, dass ich das auch noch mal unterteile, werde ich dann aber nicht 😉 ). Leute die nur an technischem interessiert sind, haben den technischen Blog, und Menschen die an allem sonstigen interessiert sind, haben den “Restblog”. In diesem “Restblog” werde ich aber so gut es geht, private Sachen raus halten. Privat wären halt so Sachen, wie mein Jahresrückblick, o.Ä. Sollte ich weiterhin das Bedürfnis spüren, so etwas nieder schreiben zu wollen (was ich noch nicht vorher sehen kann), dann würde ich das unter einem anderen Pseudonym an einem anderen Ort tun.

      Wo ich die Zeit hernehme, weiß ich auch immer nicht ganz so genau….

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