International Dark Sky Week


Schon aus der Antike ist bekannt, dass die Menschen eine ungeheuere Faszination für den Nachthimmel hatten. Den Sternen die sie sehen konnten gaben sie Namen, erkannten Figuren, zu denen viele Mythen existierten, Götter, Fabelwesen, Gegenstände…

Für mich war das als Kind immer leicht unverständlich. Ja, auch ich fand den Himmel zwar nicht uninteressant. Aber wenn ich hoch schaute, dann gab es nur selten mal hier und da den ein oder anderen schwachen Stern zu sehen, und wenn ich mal eine Konstellation ausmachte, dann wunderte ich mich doch sehr, wie man auf so wilde Geschichten kam. Da waren halt eine Hand voll Punkte in einer wiedererkennbaren Anordnung.

Was ich damals natürlich nicht verstand, ist in welcher – uns völlig unbekannten Pracht die Sterne und sogar die Milchstraße für unsere Vorfahren leuchtete. Lichtverschmutzung ist das Stichwort – gemeint ist damit die “Verschmutzung” der natürlichen Dunkelheit in der Nacht. Das hat nach Forschungen erhebliche Auswirkungen auf Pflanzen und Tiere, kulturelle Veränderungend, Einfluss auf die Gesundheit des Menschen, auf die Forschung und Beobachtung des Nachthimmels und natürlich auch auf den Energieverbrauch. In Augsburg, so las ich gerade, wurden durch Maßnahmen gegen die Lichtverschmutzung alleine im Bereich der öffentlichen Beleuchtung der Stromverbrauch um 20% gesenkt werden, was sich monetär in einer viertel Millionen Euro ausdrückt, die Jährlich gespart wird. Rechnet man das auf Deutschland hoch, so käme man auf eine Ersparnis von ca. 80 Millionen Euro pro Jahr.

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Aufmerksam machen auf diese Problematik und ein Bewusstsein für Lichtverschmutzung schaffen möchte die Initiative “International Dark-Sky Association“, mit der im Titel genannten Aktion, also die internationale Dunkle-Himmel-Woche. Vom 5. bis zum 11. April soll diese gehen, und in dieser wird darum gebeten, sparsam, bzw. bewusst mit Licht umzugehen, gezielte Quellen zu nutzen, statt Lichtstreuung zu betreiben, und nicht genutztes Licht aus zu lassen.

Das ganze kommt recht überraschend für mich, da ich vor einer Woche noch überrascht um 3 Uhr morgens in meiner Küche stand, und ein Foto machen musste, ob der unglaublichen Helligkeit, die draußen herrschte, um es auf Facebook zu teilen. Und Kiel ist nun keine Metropole!

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Was haltet ihr von der Aktion? Findet ihr das gut oder schlecht? Interessiert euch das vielleicht garnicht? Werdet ihr an der Woche teilnehmen und versuchen auf das Licht zu achten, dass ihr produziert?

Ich zumindest möchte es versuchen. Ich bin gespannt, ob ich das in meiner WG durchsetzten kann, und ob dafür Verständnis herrscht. Über eure Meinungen freue ich mich natürlich wie immer, besonders wenn sie hier als Kommentar erscheinen 😉

A pro pos, Facebook. Aufmerksam geworden bin ich auf die Woche durch eine Person (hier muss ich jetzt ein wenig schwärmen), nämlich Elise Andrew (23). Im März 2012 “gründete” die von ihrer Dissertation in Biologie an der Universität Sheffield, England, geplagte Studentin eine Facebook-Seite: “I fucking love science“. Es sollte wieder zurück gehen zu “the fluff and the easy stuff”. Für ihren kleinen Freundeskreis war die Seite gedacht, aber in kürzester Zeit explodierten die Zahlen. Nach nur einem Jahr sind es mittlerweile schon 4 520 284 Menschen, denen der hochinformative Blog (wie sie ihn nennt) gefällt, in welchem man über allerlei interessante Fakten stolpert, zu aktuellen Themen der Wissenschaftswelt – ob Biologie, Technik, Astronomie, etc. informiert wird, und in wunderbaren kleinen Häppchen oft mehr lernt, als in vielen Klassenräumen. Oft wunderbar herrlich zusammengefasst, in der Regel mit einem hübschen Bild versehen, und immer auch recht erfrischend und erheiternd, mit vielen Witzen, Comics, etc. versehen. Leute die mich in Facebook als Freund haben, wissen genau wovon ich rede, denn kaum dass ich diese Seite letztes Jahr, irgendwann im Sommer gefunden hatte, hab ich nicht aufhören können, einen riesigen Großteil dieser Bilder zu teilen – zum Leidwesen des ein oder anderen den das stört.

Aber es ist wirklich eine der besten Wissenschaftsseiten, die ich in den letzten Jahren gesehen habe, wunderbar recherchiert, wunderbar aufgearbeitet, immer Top-Aktuell, und mit sehr viel Hintergrundmaterial. Und damit ist sie mittlerweile so bekannt geworden, dass sogar absolute Größen der Wissenschaft, etwa Bill Nye (liebe deutsche Wikipedia – ist der Mensch etwa auch irrelevant?!)  und Neil deGrasse Tyson sich mit ihr ablichten lassen. Wenn das mal kein Garant für Qualität ist! Zu kämpfen hat diese geniale Frau leider oft mit einer Sache – nämlich dass sie eine Frau ist… “Is this really 2013”

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Zitieren möchte ich zum Schluss noch ihren Beitrag zur “International Dark Sky Week”, der wie immer sehr gehaltvoll an Links war:

For more information on International Dark Sky week, please head over to our astrophysics page The Universe, where we will be covering it in depth.

In the mean time, here are a few links that will be helpful if you wish to explore the issue of light pollution:
http://www.darksky.org/education/99-quick-reference-materials
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/pmc2627884/
http://journals.lww.com/epidem/Abstract/2005/03000/Circadian_Disruption_and_Breast_Cancer__From.16.aspx
http://www.nih.gov/news/pr/dec2005/niehs-19.htm
http://mnras.oxfordjournals.org/content/328/3/689.full.pdf
http://www.urbanwildlands.org/Resources/ECANLProgram.pdf
http://media.skyandtelescope.com/documents/BortleDarkSkyScale.pdf

All credit for this amazing work goes to Thierry Cohen. See more of his images at www.thierrycohen.com. Feel entirely free to reproduce and repost this image with no credit to IFLS, but please include a link to Cohen’s website.

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2 thoughts on “International Dark Sky Week

    • NEXX! Was tust Du mir an!
      Wir wollten mal auf den Pico del Teide, sind daher extra nach Tenerife getuckert, und dann hieß es dort, dass der für Privatpersonen nicht zugänglich sei. Wir konnten leider nicht erfahren, ob es sich dabei um einen Dauerzustand handelt, oder ob es nur bestimmte Zeiten gibt, oder ob man da irgendetwas an Papieren benötigt, und haben uns dann erzählt, dass es so wichtig dann auch nicht ist, und waren nur auf der Insel unterwegs.

      Das war eh ein sehr komischer Tag, es war recht grau und ein sehr unangenehmes Klima. Aber das macht Dein Video jetzt nicht erträglicher 😀

      Vom Pico del Pozo de las Nieves, der ungefähr nur halb so hoch ist, konnte man den Teide immer über den Wolken am Horizont erkennen (der war auch so hoch, dass er über den Wolken war, und da sind die dann ähnlich längs geschwebt, wie man das zum Teil auf dem Video sieht. Aber ich glaube, das eine mal, wo wir noch wirklich bis spät dort waren, war der Himmel nicht so imposant. Wir sind in der Regel aber auch nur bis Sonnenuntergang (der wirklich wunderhübsch ist) gewartet, und sind dann wieder gefahren, weil es dann doch sehr sehr kalt wurde, da oben.

      Danke für dieses wundervolle Video 🙂

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