2013 wird toll!


Jedem Rückblick sollte auch ein Ausblick folgen. Auch wenn uns asiatische Weisheiten etwas anderes Lehren, etwa “Der Weg ist das Ziel”, so sind Ziele doch auch wichtig, um unserem Leben Richtung und uns Motivation zu geben. Der Brauch guter Vorsätze wird immer spärlicher, ich kann mich noch daran erinnern, das man früher sogar unter seinen Mitschülern die guten Vorsätze ausgetauscht hat oder sich hat inspirieren lassen.

Für mich bedeuten gute Vorsätze, den Blick in die Vergangenheit zu wagen, aus diesem Blick Schlüsse zu ziehen, sich anzuschauen, was gut gelaufen ist, aber auch was schlecht gelaufen ist – sich klar zu machen, wo man Gefallen dran hatte, und was einem Missfallen hat, und aus diesen Schlüssen dann Ansätze zu finden, bei denen man an sich arbeiten kann.

Es reicht aber nicht, nur die Ansätze zu finden – man muss sich auch Ziele formulieren, und das smart, d.h. sie so formulieren, dass sie Spezifisch, Messbar, Akzeptierbar, Realisierbar und Terminierter sind.

Für dieses Jahr habe ich auch ein wenig in die Zukunft geblickt, und mir überlegt, welches die Dinge sind, die in meinem Leben aktuell an Wichtigkeit besitzen. Dabei sind mir fünf Bereiche aufgefallen, in die ich meine Vorsätze gruppieren kann – fünf Bereiche, in denen mein Leben zur Zeit spielt und die für mich von Bedeutung sind – die aber auch irgendwo alle miteinander verknüpft sind.

1. Bereich: Studium

Als Student ist natürlich das Studium zentraler Lebensbestandteil. Und da es für mich auf den Abschluss zusteuert, gilt diesem Bereich natürlich ganz besonders viel Aufmerksamkeit. Nach meinem Notenrechner pendelt meine Abschlussnote in einem Bereich zwischen 1,4 – 2,9. Mein Ziel ist es, eine 1 vor dem Komma stehen zu haben, da Ziele möglichst hoch gesteckt sein sollen, möchte ich eine 1,5 anpeilen; aber auch mit einer 1,9 würde ich mich noch zufrieden geben (das ist auch mein aktueller Schnitt). Das erreichen einer 1,5 bedeutet also beim jetzigen Stand eine Verbesserung meiner Leistungen – auch wenn man mein Ausrutsch-Semester auslässt (dann lande ich bei einer 1,7). Wie kann man dieses Ziel greifbar machen?

Im letzten Jahr habe ich nicht gerade wenig für mein Studium gemacht. Dennoch wäre sehr viel mehr möglich. Viele Wochenenden, an denen ich nichts gemacht, oder zu spät angefangen habe, viele Wochenenden an denen meine Freundin da war (Fernbeziehungen sind, was Zeiten anbelangt, doof), viele Stunden, in denen ich mit Freunden oder Mitbewohnern gequatscht habe, und viele Stunden die ich einfach sinnlos versurft oder mit Serien oder Filmen verguckt habe. Zusammengerechnet habe ich grob 17 Stunden/Woche Vorlesungszeit. Berechnet man die Zeiten dazu, an denen ich wegen Überschneidungen nicht an Vorlesungen Teilnehmen kann, dann komme ich auf 20 Stunden die Woche. Ich habe mal gelesen, dass man mindestens das doppelte an Präsenzzeit in Vorbereitungszeit stecken soll – das heißt ich müsste 40 Stunden in das Studium investieren. Das Entspricht einer 8/5 Woche, oder eben 20 Stunden in meiner Freizeit – bei 3,5 Tagen frei sollten sich diese Stunden doch finden? Ich würde gerne ca. 50 Stunden investieren, d.h. circa eine 8/6 Woche. Für das verbleibende Semester müsste ich hier sicherlich einige Stunden aufholen, zur Zeit schätze ich, dass ich in meiner Freizeit maximal 15 Stunden aufgebracht habe, und das auch nicht unbedingt immer konzentriert. Für dieses Semester habe ich also ein wenig was aufzuholen, weswegen ich mir für den Januar und Februar bis zum Semesterende sogar die 8/7 Stundenwoche verordne. Zur Einhaltungsüberprüfung ist eine Zeitmessung von Nöten – diese habe ich über einige Zeit sogar erfolgreich durchgeführt, müsste dies aber ebenfalls wieder fokussieren.

Eine weitere “Kennzahl”, die ich mir letztes Jahr überlegt hatte, ist die “Sparetime-to-Deadline (S2D)”, die ich möglichst groß halten möchte. Ziel sollte es sein, dass ich meine Aufgaben direkt nach Aufgabenstellung erledige, so dass ich eine “S2D” von 6 Tagen hätte – das ist aber oft Utopisch. Erreichen möchte ich zunächst einmal, mindestens 1-2 Tage zu haben, sodass man nicht immer am letzten Tag unter Zeitdruck die Abgaben anfertigt.

2. Bereich: Organisation

Um ein solches Pensum zu schaffen, und in Gleichgewicht mit den anderen Lebensbereichen zu bringen, bedarf es Organisation. Als ich noch dualer Student war, hat mir das Organisationssystem von Leo Babauta, das auf dem von David Allen aufbaut, sehr geholfen. Nachdem der “Organisationsdruck” als Vollzeitstudent ziemlich nachgelassen hat, habe ich auch das System immer weiter vernachlässigt. Dabei ist Zen to Done ein perfektes Werkzeug um sich zu Organisieren, alles wichtige immer im Blick zu haben, Dinge geregelt zu bekommen, und insgesamt Ordnung in allen Angelegenheiten (und auch im wörtlichen Sinne, bspw. auf dem Schreibtisch) zu haben und zu halten. Zen to Done, Du hast mich wieder! Als “Alter Hase” kann ich es mir glaub ich erlauben, mehrere der 10 Gewohnheiten auf einmal um zu setzten. Als messbares, realistisches Ziel möchte ich mir hierzu festhalten, dass ich mich jeden Tag zwei male (morgens und Abends) mit Zen to Done beschäftige, sowohl um das Organisationssystem wieder aufzubauen, als auch um mich mit dem System zu organisieren.

3. Bereich: Sport

Hier möchte ich mir ein ganz einfaches Ziel setzten: 10 Stunden Sport die Woche. Letztes Jahr habe ich ein halbes Jahr lang aktiv 4 mal die Woche 2 Std. Kardiotraining, und 2 Std. Jiu-Jitsu gemacht. Das Kardio ist irgendwann dann doch eingeschlafen, Jiu-Jitsu haben ich weiter beibehalten. Seit ich in Kiel bin, spiele ich auch wieder mit dem Gedanken, das Schwimmen wieder aufzunehmen. Hier gibt es natürlich eine Anfangshürde, die zu nehmen ist, und es war nur sehr Bequem, dass ich keine Badekappe hatte, die verhindern würde, dass mich meine langen Haare nerven – und dann natürlich die Tatsache, dass meine Haare z.Zt. bis zu 3 Std. brauchen ehe sie trocken sind, was das Schwimmen vor oder zwischen Vorlesungen sehr ungünstig macht. Damit ich mir das nicht mehr sagen kann, sind sie nun ab gekommen, die 35cm langen Haare. Neben dem Schwimmen möchte ich auch wieder Laufen und auch Krafttraining machen, immerhin hab ich dafür auch bezahlt. Meine Momentane Aufteilung sieht vor:

  • 1x Jiu Jitsu (2 Std)
  • 2x Schwimmen (3 Std.)
  • 1x Krafttraining (2 Std.)
  • 1x Kardio-Laufen (2 Std.)

Ab Montag soll es los gehen.

4. Bereich: Finanzen

Ein leidiges Thema, aber wenn man nicht mehr Vollzeit arbeitet, und leider auch kein Bafög bekommt, dann wird es finanziell schnell knapp. Ich habe 2 grobe Stellschrauben und eine Kontrollmöglichkeit, um weitere, feinere Stellschrauben zu finden. Als wir damals in Husum zusammen gezogen sind, hatten wir die Idee einer Haushaltskasse, und um zu sehen, wie und wofür das Geld so weggeht, und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie groß man das Budget monatlich wählen sollte, haben wir täglich Buch darüber geführt, was wir mit dem Geld gekauft hatten. Schon damals hatte ich den Gedanken, das auch mit meinem privaten Geld zu machen – aber das ist sehr viel schwieriger und komplexer. Nichts desto trotz: Ich muss darüber Buch führen, damit ich einen besseren Überblick darüber habe, wo das ganze Geld landet, und woran ich arbeiten und sparen kann. Das ist die Kontrollmöglichkeit.

An groben Stellschrauben gibt es zum einen den Geldabfluss und zum anderen den Geldzufluss. Jobtechnisch sieht es bei mir im letzten halben Jahr doof aus – ich habe Minusstunden, die ich nicht runter kriege, und bis dahin keinen Lohn. Hier muss ich für dieses Jahr irgendwie dafür sorgen, ein geregeltes Einkommen zu erhalten, eventuell mit einem 2. Job, und definitiv einem Semesterferienjob, mal gucken – das ist aber auch mehr ein terminierbares Ziel, als ein Vorsatz (ein Vorsatz bedeutet ja, an sich selbst zu arbeiten). Für den Geldabfluss gilt: So viele Ausgaben wie möglich vermeiden. Pizza-Lieferdienste und mehrmals wöchentlich Döner gehören in diesem Jahr der Vergangenheit an (das sollte auch der Gesundheit gut tun 😉 ), bis auf in Ausnahmefällen möchte ich mein essen selbst kochen, oder wenn es nicht geht, in der Mensa essen. Bäcker und Kaffees sind ebenfalls regelmäßige Nahrungsquellen tabu.

5. Bereich: Wohlbefinden

Das hier ist der schwammigste Bereich, und es fällt mir hier auch schwer, ein konkret messbares Ziel zu formulieren. Dennoch hat gerade das letzte Jahr gezeigt, wie wichtig mir dieser Bereich doch ist. Über die letzten Jahre hab ich immer mehr den Fokus auf mich verloren – klar, das Leben gibt einem viel vor, und macht es schwer, den Fokus auf sich selbst zu richten. Und gerade ich bin an für sich ein Gruppenmensch, ich mach viel für andere Leute, ich bürde mir oft selbst organisatorische Sachen auf und dränge mich dadurch auch in Situationen, wo man viel für andere macht, organisiert und manchmal auch hinterherläuft (bspw. beim Eintreiben von Geld für ein Gruppengeschenk – selbst noch 3 Monate später). Ich bin sehr Hilfsbereit und auch das verhalten neigt oft dazu, dass die eigenen Sachen in den Hinterrund geraten. Das sorgt leider aber auch oft dafür, dass Rückschläge besonders schmerzhaft sind. Ich hab im letzten Jahr schwer mit einigen “Freunden”, bzw. wohl eher Scheinfreunden zu kämpfen gehabt, hatte auch im Studium die ein oder andere Reiberei, und wenn man am Ende böse Lästergeschichten über einen selbst hört, dann fragt ich mich, warum ich mir soviel Mühe mit anderen Menschen mache, wieso ich mir Gedanken mache, warum ich Stunden in Hilfe für andere investiere und am Ende keine Zeit mehr für meine eigenen Sachen habe, und was ich für mich dadurch erreicht habe.

In diesem Jahr möchte ich mich selbst wieder mehr in den Vordergrund meines Lebens bringen. Das heißt für mich vor allem folgendes: Zeit für andere habe ich, wenn ich 1. all meine Pflichtsachen erfüllt habe (notwendige Bedingung), und 2. ich sonst nichts mache, das ich für mich privat gerade als wichtig erachte (hinreichende Bedingung). Zu ersteren gehört neben meinem Tagesplan auch Sachen, wie mein Schlafrhythmus, einhalten von Terminen und Zeiten, (wie oft hab ich auf dem Sprung noch was gemacht, weil irgendwer was wollte, und war dann verspätet, oder übermüdet, etc.), aber auch das Einhalten meiner Vorsätze, usw. Und zu zweiterem? Wichtig ist mir beispielsweise, wieder mehr zu Lesen – schon seit Jahren. Oder das Bloggen.

Mich in den Vordergrund rücken heißt aber auch, das ich mich wieder mehr auf mich verlasse, als auf andere, um Enttäuschungen zu Vermeiden; getreu dem Motto “Wer sich auf andere verlässt, ist dann eventuell verlassen”.
Auch möchte ich mehr an mir, und meinen Fähigkeiten arbeiten; Selbstorganisation, Selbstmotivation, Softskills; wieder Zazen praktizieren, wieder mehr Zeit haben, in der ich über mich reflektieren kann. Mein Lehne und mein Schicksal wieder mehr in meine Hand nehmen, und dadurch steuern und nicht durch Verhalten anderer gesteuert werden.

Sicherlich wird dieser veränderte Fokus der wahrscheinlich mit einem stärkeren Rückzug von anderen, und wahrscheinlich auf den ersten Blick egoistischen Verhalten auch dafür sorgen, das ich einige Freundschaften verlieren werde – aber wenn das der Preis ist, werd ich den bezahlen müssen. Ich hoffe, meine wahren Freunde können mich nachvollziehen, verstehen und sich dadurch nicht angegriffen fühlen.

Falls jemand eine Idee hat, wie man das gut in smarte Ziele für Vorsätze verpacken kann, freue ich mich auf Kommentare 🙂


Das also sind die Bereiche, die ich ausgemacht habe, und in denen ich an mir Arbeiten möchte. Die Vorsätze und Ziele dazu sind zum Teil schon niedergeschrieben, aber noch einmal zusammengefasst:

Vorsätze zusammengefasst

  • Mind. 50 Std./Woche (8/6) für das Studium aufbringen + verschärft für Januar/Februar ca. 60 Std. (8/7)
  • (Sparetime-to-Deadline ≥ 2 Tage)
  • 2 mal Täglich ZTD
  • 10 Std./Woche Sport
  • Täglich über den Finanzhaushalt Buchführen
  • Nicht mehr regelmäßig (mehr als 1 mal/Monat) Lieferservice/Auswärtsessen/Bäcker/Kaffee
  • Mich in den Vordergrund meines Lebens rücken

Das ist mehr als ich sonst so vornehme – an für sich hab ich sowas immer auf 3 Stück begrenzt. Aber ich denke es ist machbar – es wird ja auch ein arbeitsreiches Jahr. Viele kurz- und mittelfristige Ziele und Aufgaben lassen sich noch aus den obigen Überlegungen ziehen, mit denen ich mich in den nächsten Monaten befassen muss. Die wichtigste Frage ist, wie mein Studium weiter verlaufen soll. Als 5. Semester Informatik/1. Semester Physik (wahrscheinlich im nächsten Semester vom Prüfungsamt hochgestuft auf 3., bzw. 4. Semester), habe ich mindestens 1 Jahr abstand. Stellt sich die Frage, ob ich den M.Sc. den ich definitiv in Informatik und in Bremen machen möchte, schon dieses oder erst nächstes Jahr mache. Falls dieses, was passiert dann mit Physik? In Bremen weiterführen? Wieder fallen lassen?
Ein wenig dringender: Bevor ich nach Bremen kann, brauche ich einen C1 Level im Englischen, den ich mir wahrscheinlich mit einem Test bestätigen muss – hier stellt sich die Frage nach Organisation, Vorbereitung, Anmeldung, mögliche Termine, etc. Vorher möchte ich aber noch einmal vor Ort mit der Studienberatung sprechen um genauere Details zu erfahren – eventuell gibt es ja direkt an der Uni einen Einstufungstest, und es muss nicht der teure TOEFL sein (der mich aber auch dem amerikanischen Ausland ein Stückchen näher bringt).
Wie sieht es aber noch kurzfristiger mit dem Abschluss aus? Wo, wie mit wem mach ich den? Idealerweise ist der Prof auch derjenige, der mir ein Empfehlungsschreiben verfasst. Alternativ wüsste ich noch zwei weitere Professoren, die eventuell in Frage kämen.
Und Finanziell muss sich einiges tun.

Das also werden die Aufgaben für das erste Quartal, die ich in mein neu gestartetes ZTD füttern werde.

Alles in allem bin ich Positiv diesem Jahr über gestimmt, auch wenn ich weiß, dass viel auf mich zukommt, und das schon mit dem beginn der nächsten Woche. Aber jede Sekunde ist eine Chance etwas aus sich zu machen, und dieses Jahr möchte ich viel aus mir machen! Daher mir und auch all meinen treuen Lesern ein hoffentlich inspirierendes und erfolgreiches neues Jahr 2013! Zum Schluss noch ein (anonymes?) Zitat, dass mir neulich unter die Nase gekommen ist:

Ever event that has taken place in this universe ha sled you to this moment. Every star exploding, every planet colliding, every molecule combining, every quantum occurrence, every life that arises, every adaption, every evolution of every species, every birth, every death, every thought, every realization, and every action taken by anyone who has ever lived. The real question is,

What will you do with this moment?

Advertisements

Please comment. I really enjoy your thoughts!

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s