Ich bin ab jetzt angehender Physiker!


Klingt komisch. Ist aber so. Seit heute früh, zwischen 9 und 10 Uhr bin ich offiziell auch Physikstudent. Ja auch. Ich studiere quasi wie ein Zwei-Fach-Bachelor, nur dass ich zwei mal Ein-Fach-Bachelor werde, und damit mehr in der Tasche habe, als ein ein mal Zwei-Fach-Bachelor 😀

Warum? Weil ich es kann und weil ich tierisch Lust darauf habe. Weil es an unserer Universität echt tolle Professoren (mit gruseligsten Web-Presenzen 😀 ) im Bereich Physik gibt, die meine Lust darauf geweckt haben, und weil mir Astrophysik schon fast mehr Spaß macht, als die Informatik. Weil auch Physiker (neben Informatikern natürlich!) ganz dufte Kerle sind, und weil ich das Physikinstitut mit seinem ganz eigenen Charme mag. Natürlich werde ich Informatik nicht aufgeben, das ist mein Steckenpferd, das ist der Bereich in dem ich gut bin, und der mir in der Regel auch Spaß macht. Aber ich glaube ein wenig Abwechslung tut mir ganz gut, immerhin beschäftige ich mich jetzt schon seit meinem Abitur 2003, bzw. eher seit meinem Zivildienst 2004 fast ausschließlich mit Computern, IT, Informatik und IT-lern/Informatikern. Und wenn man sich dann im Wintersemester Donnerstags frühs um 6 Uhr aus dem Bett quält, nur wegen einer physikalischen Vorlesung, und einem die mehr Spaß macht, als alle restlichen Vorlesungen an dem Tag – tja, dann ist das vielleicht auch ein kleines bisschen ein Zeichen.

Hinzu kommt, dass es in meiner Situation echt doof wäre, dies nicht zu tun. Im kommenden Semester habe ich lediglich zwei Pflichtveranstaltungen in Informatik, die ich machen müsste. Genau so im darauf folgenden. Die restlichen Fächer habe ich schon vorgezogen, so dass ich auf 2 Semester gesehen Vorlesungen für den Umfang eines Semesters eingespart habe. Aber auch in der Physik sind ein drittel der Vorlesungen aus dem Bereich Informatik! Zum einen gibt es die typischen “Computer als technisches Hilfswerkzeug”-Vorlesungen, eine Einführung in Linux, das Arbeiten mit einem anständigen Editor der Shell, LaTeX, Gnuplot und GNU Octave, etc. (ganz ehrlich? Das ist zwar traurig, aber leider können die Physiker damit wahrscheinlich sehr viel besser mit Computersystemen (außerhalb von Windows und der Klicki-Bunti-IDE) umgehen als die meisten der Informatikstudenten 😡 ) – mein Zuhause! 🙂 Außerdem ist Informatik dort eines der zwei Wahlpflichtfächer (Chemie ist das andere, was mich auch sehr reizen würde), und wenn man als Physiker Informatik belegt, sitzt man in Vorlesungen mit Informatikern – Vorlesungen die ich schon hinter mich gebracht habe, und die ich daher nicht ein zweites mal belegen muss. Das zweite Drittel sind dann mathematische Vorlesungen! Auch hier gibt es in der theoretischen Mathematik starke Überschneidungen zur Mathematik der Informatik, die ja ausschließlich theoretischer Natur ist. Thematisch wird alles abgedeckt, was wir gemacht haben, es werden hier und da leicht andere Schwerpunkte und Akzente gesetzt. Eventuell lässt sich also auch dieser Bereich mit meinen Leistungen in der Informatik abdecken. Falls nicht, habe ich hier allerdings einige Vorteile. Die zweite Hälfte des zweiten Drittels ist dann angewandte Mathematik – die werde ich belegen müssen. Und das letzte drittel sind dann die Vorlesungen zur Physik – in den ersten 3 Semestern Grundlagenvorlesungen zu Themen die man schon aus der Schule kennt – dann wird’s hochspannend! Und dann habe ich wieder 4 Vorlesungen Astrophysik, die ich bis dann in der Informatik als Anwendungsfach gehört habe, und die ich eventuell auch in den Physik-Bachelor einbringen kann.

Wer gut zusammengerechnet hat sieht also, dass ich zumindest 50% des Physikstudiums quasi schon in der Tasche habe. Bleiben noch 1,5 Jahre. Wenn ich es also geschickt anstelle, und der Stundenplan es zulässt – und ich mich natürlich auch ein wenig mehr auf Studium fokussiere (was gut sein könnte) – dann könnte ich ein halbes Jahr nach Ende meines Informatikstudiums einen Bachelor in Physik haben. Ist das realistisch? Ich weiß es nicht – es könnte schwer werden, denn ich möchte, über die Pflichtsachen hinaus auch noch ein paar Sachen in Informatik belegen, weil es mich interessiert und ich da Spaß dran habe. Aber ich denke spätestens ein Jahr später sollte dann auch der Physik Bachelor geknackt sein. Und dann geht es weiter, Richtung Forschung im Bereich KI, hoffentlich mit Anwendungsbereich in der Astronomie/Astrophysik oder im Bereich Robotik – da wird sich dann das Physik-Grundwissen hoffentlich auch bezahlt machen 😉

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