The future of studying


Wenn man wenig Zeit hat, und viel zu erzählen, ist es manchmal sehr schwer, die Themen auszuwählen und zu bearbeiten, die man als nächstes veröffentlichen möchte. Ich habe einige Beiträge versprochen, die Zeitkritisch waren; z.B. habe ich nicht über den Schwarzen/Weißen März geschrieben, denke hier aber, dass die Relevanz auch nicht zwingend gegeben ist, da der Kreis derer, die über den Schwarzen März erfahren haben, eh nur sehr gering ist.

Nun aber gibt es ein Thema, das ich nicht länger hinauszögern möchte, weil es hier scheinbar gerade boomt, und demnächst wieder viele Kurse starten werden. Wie ich vor einiger Zeit geschrieben hatte, wollte ich an einem Online-Kurs der Stanford University teilnehmen. Diese Vorlesung war in ihrer Form ein Novum, auch wenn sie sich hierbei stark an den Vorreiter in diesem Bereich, nämlich Salman Khans “Khan Academy” orientiert haben.

Aus einer geplanten wurden dann irgendwie zwei Vorlesungen, wobei ich zu meiner eigenen Schande gestehen muss, dass ich nur eine der beiden Vorlesungen (die “Introduction to Artificial Intelligence“) wirklich zu Ende gebracht habe. Denn wieder erwarten war meine Zeitrechnung für das Studium ziemlich falsch – sehr viel weniger Zeit habe ich hier benötigt, als anfänglich eingeplant (wobei es das ein oder andere Modul gab, bei dem ich deutlich mehr hätte tun können und sollen). Dafür aber haben die Stanford-Vorlesungen sehr viel mehr Zeit verschlungen, da der Stoff schon sehr viel anspruchsvoller und damit auch zeitfressender war. Nachdem ich dann erfahren habe, dass es “Machine Learning” auch ein zweites mal geben wird, habe ich diesen Kurs vorzeitig abgebrochen, um mir die Zeit, die dafür nötig wäre, zu nehmen, um diesen Kurs erfolgreich zu meistern.

Schon zu dieser Zeit kristallisierte sich heraus, dass die Online-Vorlesungen ein astronomischer Erfolg waren. So astronomisch, dass zum einen mehrere Universitätsprofessoren gesagt haben “Hey, was die bei Stanford machen, das wollen wir auch”, als auch die beiden Professoren so sehr mit mit Dankeschön-Schreiben aus aller Welt beglückt wurden, dass sie einfach nicht aufhören konnten – sehr zum Leidwesen der Stanford University, die, wie sich aus einigen Interviews herauskristallisiert, nicht sonderlich erfreut war, über die Ausmaße die das annimmt (immerhin nimmt diese konkurrierende Veranstaltung der Universität auch ihre Daseinsberechtigung, was vor allem auch eine enorme Einnahmequelle für viele Universitätsangehörige ist).

Dennoch, da dieser Schritt nun einmal gegangen ist, gibt es kein Zurück mehr, und die neuen Vorlesungen sprießen nur so aus dem Boden. Hier möchte ich kurz einen kleinen Überblick geben, und auch kurz meine Erfahrungen darlegen.

Revolutioniert MOOC das Bildungswesen?

Um vielleicht einfach mal deutlich zu machen, dass hier scheinbar tatsächlich eine “Revolution” auf uns zukommt, was den akademischen Sektor, und das Verständnis von Universitäten und Lehre anbelangt, hier einmal eine zeitliche Abfolge dessen, was im letzten halben Jahr passiert ist. Denn natürlich gab es schon vorher einzelne Vorlesungen die von Universitäten mitgeschnitten, und ins Netz gestellt wurden. So gab es auch “Machine Learning” von Prof. Andrew Ng lange Zeit vorher im Internet, als Teil der Stanford Engineering Everywhere, und auf Gran Canaria bin ich damals einer wirklichen Antiquität begegnet: Eine Videoaufzeichnung der Vorlesung “Structure and Interpretation of Computer Programs” des Massachusetts Institute of Technology, gehalten von den Professoren Harold ‘Hal’ Abelson und Gerald Jay Sussman, aus dem Jahre 1986. Seit 2007 gibt es iTunes U, welches diese Vorlesungen über die Universitäten sammelt und auf einer Plattform unter iTunes zur Verfügung stellt.

Revolutioniert wurde das ganze aber in meinen Augen durch Salman Khan, der nicht mehr ganze Vorlesungen aufzeichnete, sondern eben kleine Chunks, zu denen es dann auch Aufgaben gibt – eine erste Interaktionsmöglichkeit, und einen Leistungsstand, über dem was man erreicht hat. In der Englisch-Sprachigen Welt hat Khan damit für sehr viel Aufsehen gesorgt, und nicht nur 320.000 Abonnenten und 150.000.000 Views erreicht, sondern auch sehr große Spenden bekommen, etwa die $2.000.000 USD von Google. Dieses hat natürlich auch bei anderen Lehrenden für Aufsehen gesorgt, und so wird Khan oft zu Vorträgen eingeladen, auch von Universitäten; so auch 2010 vom MIT Club of Northern California, bei dem Khan erklärt, welche Erfahrungen er mit seiner Seite gemacht hat, und versucht, Schlüsse für seinen Erfolg zu ziehen. Hier sitzt unter anderem auch Prof. Ng im Publikum. Auch Prof. Sebastian Thrun gibt später zu, dass er erst durch einen Vortrag von Khan auf der TED im Jahr 2011 dazu animiert wurde:

At Stanford we teach classes of 20 to 30 students. My class drew 200, so I was a successful professor, and here is this guy, who teaches millions? So counting my next class, I decided: It’s embarrassing teaching only 200 students”

(Sebastian Thrun, 2012 auf der DLD).

Zeitliche Abfolge

Ich finde, wenn man sich diese Daten mal so anguckt, dann wird deutlich, dass hier ein kleines Wettrennen zwischen den Universitäten und Professoren anfängt. Dabei sind die Universitäten selbst noch nicht einmal immer so sehr davon überzeugt, wie dieser Artikel des Computing Education Blog schön darlegt:

I’ve asked many of the people I visited, “Why is Stanford doing this?  What’s the benefit?”  The answer I’ve had from almost everyone I’ve asked is, “We don’t know, but it’s what the faculty want.”

Wenn man sich andererseits die Pressekonferenzen der Universitäten MIT und Harvard anguckt, dann wird auch deutlich, dass hier darauf gesetzt wird, dass das Ansehen dieser Universitäten noch weiter steigt. Ich habe in der Auflistung oben einige Videos verlinkt, die ihr euch auch meiner Meinung nach unbedingt anschauen solltet, da ich sie sehr interessant und aufschlussreich finde. Man merkt förmlich, dass hier ein ganz neues Verständnis von Wissen und Wissensvermittlung stattfindet.

Zusammengefasst wird dieser Trend übrigens unter dem Begriff Massive Open Online Course (MOOC). Nun aber ein paar Worte zu den einzelnen Plattformen:

Udacity

Sebastian Thrun, der 20 Jahre lang an der Stanford University unterrichtet hatte, hat seinen Lehrstuhl Anfang des Jahres aufgegeben, und das Unternehmen Udacity zu gründen. Dabei handelt es sich um eine Plattform über die er und andere Professoren nun weitere Vorlesungen anbieten. Einige Kurse davon sind schon gelaufen, und anders als es bei der “Introduction to Artificial Intelligence” war, werden diese Kurse danach nicht “beendet”. Das Vorlesungsmaterial bleibt weiterhin erhalten, so dass man jederzeit und in seinem Tempo die Vorlesungen und Aufgaben machen kann. Feedback, dass man im Laufe der Vorlesungen geben kann, wird in späteren Versionen eventuell mit eingebaut. Neu ist auch, dass es die Prüfungen jetzt in einem Regelmäßigem Turnus, dem sogenannten “Hexamester” gibt.
Das Hexasemester besteht, wie der Name schon sagt, aus 6 Wochen, in denen es Vorlesungen und Quizzes gibt. Neben dieser Vorlesungen gibt es allerdings auch Homework assignments, und Office Hours, so wie es auch schon aus “Introduction to Artificial Intelligence” bekannt war. Neu ist, dass diese Homework-Assignments nun auch bei Udacity einen Programmierteil beinhalten.
Nach den 6 Wochen Semester gibt es in der 7. Woche noch jede menge Zusatzmaterial, damit man auch nach dem Kurs noch Anschluss findet. Außerdem gibt es, wie auch schon aus “Introduction to Artificial Intelligence” bekannt, eine “Final Exam”, auf die “Mid Term Exam” wird bei Udacity nun verzichtet. Nach dem Final Exam gibt es dann ein “Signed Statement of Accomplishment”. Danach gibt es eine Woche Pause und dann startet ein neuer Turnus.
Alle Kurse werden, anders als anfangs erwartet, komplett kostenlos sein, und für die gesamte Welt zur Verfügung stehen. Zuvor war mit der Kooperation von KnowLabs nicht klar, ob der Kurs “Introduction to Artificial Intelligence” nicht noch ein weiteres Male zur Verfügung gestellt wird, dann aber in einem kommerziellen Angebot – das Recht hierauf, wurde sich in den AGB zu “Introduction to Artificial Intelligence” jedenfalls von Seiten KnowLabs herausgenommen. KnowLabs existiert aber nicht mehr, das Unternehmen ist in Udacity aufgegangen, und ich nehme an, dass hier Sebastian Thrun auch einiges dagegen gehabt haben wird, das Angebot kommerziell zu machen. Zur Gründung von Udacity sei auch noch mal dieses Video ans Herz gelegt, indem Sebastian Thrun seine Beweggründe darlegt:

Ich selbst habe schon 2 Kurse hier angefangen, allerdings beide noch nicht beendet, da es mir zeitlich dann leider doch nicht mehr möglich war. Die Software hat sich im Vergleich zu dem Anfangskurs bei Stanford deutlich verbessert, und auch die Qualität der Videos ist besser geworden.
Insgesamt steckt in dieser Seite meiner Meinung nach sehr viel Potential, sie ist sehr übersichtlich, und die Instructors, wie sie sich nennen, sehr begeistert bei der Sache. Gerade die Begeisterung von Sebastian Thrun hat mich schon bei “Introduction to Artificial Intelligence” sehr mitgezogen.

Der nächste Turnus steht am 25. Juni an. Dann werden, neben den alten Vorlesungen auch folgende neue Vorlesungen angeboten:

Coursera

Wie schon erwähnt, wurde Coursera von Andrew Ng und Daphne Koller gegründet. Anders als Sebastian Thrun aber, haben diese Professoren ihre Berufungen an der Stanford University nicht aufgegeben, auch wenn sie anfangs wohl auch mit einigen Wiederständen gekämpft haben müssen. Statt dessen streben sie eine Zusammenarbeit mit den Universitäten an, wohingegen Udacity durchaus schon Professoren von Universitäten abgeworben hat.
Da auf Coursera die einzelnen Universitäten für die Vorlesungen zuständig sind, gibt es hier auch keine gleichbleibende Qualität oder Regularien. Während die eine Vorlesung ebenfalls kleine Chunks von bis zu 10-Minütigen Videos bereitstellt, Quizzes und Hausaufgaben sowie Programmieraufgaben hat, die wöchentlich erledigt werden müssen, haben andere Vorlesungen keine Aufgaben, oder nur ein Video pro Woche, welches dann sehr viel länger ausfällt, etc.
Wie bei Udacity gibt es auch hier ein “Signed Statement of Accomplishment”, aber auch hier sind die Regeln nicht eindeutig. Auch gibt es keine Final Exams.
Insgesamt ist die Seite also sehr viel Unübersichtlicher, da die Informationen nicht unbedingt einheitlich zur Verfügung stehen, und die Modalitäten von Kurs zu Kurs unterschiedlich sind. Ebenso die Art und Qualität der Videos. Allerdings ist das Spektrum an gebotenen Vorlesungen sehr viel Größer und man kommt an unterschiedliche Interessante Themen unterschiedlicher Professoren aus unterschiedlichen Universitäten.

Coursera bietet so viele Kurse an, der Terminplan reicht bis März 2013, daher möchte ich hier nur die Kurse der nächsten drei Monate auflisten – das sollte für die anstehenden Semesterferien auch erst einmal genug sein 😉

edX

Über edX lässt sich leider noch nicht sehr viel sagen; den MITx Kurs habe ich nicht mitgemacht. Ich bin aber sehr gespannt auf die Kurse, die das MIT so zu bieten hat. Interessenten können sich auf die Mailingliste vom MIT eintragen lassen.

Meine Erfahrungen

Wie schon gesagt, habe ich einige Kurse schon angefangen – wenn auch nicht alle abgeschlossen. Dennoch: Ich bin ziemlich begeistert von den Vorlesungen. Ich habe das Gefühl, sehr viel mehr zu lernen, als ich hier lerne. Das liegt sicherlich auch daran, dass ich ein Autodidakt bin. Schon immer hab ich zu Hause mehr und besser gelernt, als in der Schule, der privaten FH oder jetzt der Universität. Das liegt u.A. daran, dass ich kein auditiver Lerntyp bin, sondern Sachen erst verstehe, und behalte, wenn ich selbst damit “herumspielen” kann, sei es, indem ich gelesenes Zusammenfasse, an Aufgaben ausprobiere, darüber blogge, oder eben es selbst programmiere, oder baue.

Es ist aber nicht nur das: Während ich an der Fachhochschule und auch an der Universität durchaus auch Professoren habe, die entweder total gelangweilt sind, oder aber nichts vom Motivieren von Studenten oder didaktischen Aufbau von Vorlesungen verstehen, sind die Professoren die Online-Vorlesungen geben, unglaublich motiviert, was abfärbt. Hinzu kommt, dass die Vorlesungen sehr viel näher am Zahn der Zeit sind, als es die deutschen Pendants sind. Vergleichen könnte ich z.B. die Vorlesungen “Softwareproduktion” und “Softwaretechnik” mit der Berkeley-Vorlesung “Software Engineering for SaaS”. In der ersten Vorlesung haben wir uns tatsächlich noch ausführlich mit dem Wasserfall-Modell und konsorten beschäftigt. Zu lernen waren unter Anderem alle Phasen, sowie die Artefakte die bei jeder Phase entstehen. Außerdem wurde in den Klausuren so etwas wie die Gliederungspunkte eines Lasten- oder Pflichtenheftes abgefragt. Programmieren war hier, an der “Hochschule der Praxis”, in diesem Falle nicht gefordert. Die Universität war hier schon deutlich besser, allerdings merkte man auch hier oft, dass es noch eine starke Zurückhaltung bei aktuellen Themen, etwa dynamischer Versionskontrolle, oder Design Patterns. Auch moderne Methoden, wie Pair Programming, Test Driven-Development, oder aber Behaviour-Driven Design (ein Begriff, den ich vor “Software Engineering for SaaS” noch garnicht kannte), wurden, wenn, nur am Rande erwähnt. Die Berkeley-Vorlesung ist sehr viel lebhafter, sehr viel praxisorientierter und am Zahn der Zeit. Und sehr viel Anspruchsvoller.

Ähnliche Erfahrungen habe ich damals mit Künstliche Intelligenz gemacht. Während wir an der Universität in der Vorlesung “Ausgewählte Kapitel der Künstlichen Intelligenz” nun primär über Expertensysteme sprechen, die in dem Buch, auf dem die Vorlesung aufbaut, als

Reine KI-Systeme, wie sie beispielsweise in Form der Expertensysteme im vorangehenden Abschnitt vorgestellt wurden, sind in den letzten Jahren eher in den Hintergrund getreten.

(Zitat aus: Heinsohn, Socher-Ambrosius: Wissensverarbeitung, 1999)

Auch wenn der Vorlesungsinhalt “nett zu wissen” ist, sind doch interessantere Themen, besonders wenn die Vorlesung “Ausgewählte Kapteil” heißt, soetwas wie Wahrscheinlichkeitsrechnung und Inferenz auf Wahrscheinlichkeiten in der Künstlichen Intelligenz, Lernende Systeme (Supervised, Unsupervised, Reinforcement), Game Theory, Markov Model, Entscheidungsprobleme, Partikelfilter, Lokalisierung, etc.
Diese Auswahl an Themen ist nur eine sehr kleine Auswahl, die in “Introduction to Artificial Intelligence” gelehrt wurden. Das ganze hat natürlich viel Zeit beansprucht – in 10 Wochen hat man hier aber deutlich mehr gelernt, als ich jetzt im gesamten Semester in KI gelernt habe.

Der Anspruch ist sicherlich sehr viel Höher und der Aufwand sehr viel Größer – besonders wenn man es neben dem eigentlichen Studium angeht. Allerdings ist auch der Nutzen und Lerneffekt sehr viel höher. Ich kann es daher nur jedem Empfehlen!

Ich denke auch, dass wir in Zukunft mit sehr viel mehr solcher Angebote rechnen können, und könnte mir durchaus vorstellen, dass hier tatsächlich eine kleine Revolution stattfindet. Immerhin sind wir im Informationszeitalter angelangt, und seit einer Weile schon sehen wir es nun als selbstverständlich an, dass wir im Internet alle Informationen finden uns zu jedem Thema schlau machen können, und besser beraten sind, als wenn wir uns auf einzelne Berater konzentrieren. Freies Wissen für Jedermann, das war schon das Credo der ersten Hacker, die damals dabei halfen, das Internet auf zu bauen, und es zu dem zu machen, was es heute ist – eben in solchen Universitäten, in den Informatik-Vorlesungen. Es scheint also nur natürlich, dass der nächste Schritt, nun, nachdem diese Infrastruktur geschaffen ist, auch die Professoren ihren Input leisten und liefern. Und warum auch nicht, denn immerhin ist die Grundlage allen Wissenschaftlichen Arbeitens ja auch, dass nicht jeder das Rad neu erfinden muss, sondern man sich auf das Wissen anderer stützt, dieses überprüft, festigt und weiter ausbaut.

Allerdings denke ich, dass wir hier in Deutschland auf diese Bewegung wohl noch lange werden warten müssen. Dies ist allein schon aus der Tatsache ersichtlich, dass es in den USA schon seit Dekaden üblich ist, das Professoren ihre Vorlesungen auch aufzeichnen, um sie Studenten verfügbar zu machen – sei es als Videomitschnitt, oder neuerdings per (Video-)Podcast. Auch in Deutschland ziehen langsam Universitäten nach – allerdings ist dieser Trend noch sehr bescheiden, wie z.B. auch die Zahlen bei iTunes U verdeutlichen: Von 1.000 registrierten Universitäten und 350.000 angebotenen Lehrmaterialien weltweit stellt Deutschland nur 19 Universitäten, die im Schnitt 1 Vorlesung online stellen.
Aber das zeigt sich auch schon in der Art und Weise, wie Vorlesungsmaterial gehandhabt wird: Jedes Skript ist mit einem Passwort versehen und kaum ein Professor stellt Material im Voraus zur Verfügung – lieber wird es gestückelt ausgehändigt, nach den Vorlesungen, da die Angst zu groß ist, ein Student könne sonst entscheiden, zu Hause zu bleiben. Einige Professoren stellen aus diesen Gründen sogar gar kein Skript zur Verfügung. Andere untersagen die Veröffentlichung: Entweder, weil die Skripte aus Büchern kopiert sind, für die keine Urheberrechts-Genehmigung besteht, oder aber weil sie selbst nicht wollen, dass dritte an die Informationen kommen.

Schade, eigentlich. Mal sehen, wann wir hier soweit sind, dass wir mitziehen können…

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3 thoughts on “The future of studying

  1. Man könnte der Zeitlinie noch bei März 2012 hinzufügen, dass da auch schon manche Coursera-Kurse von anderen Unis kommen wie z.B. SaaS von Berkeley.

    Bei Udacity haben sie erst noch etwas mit dem Ablauf der Kurse/Hexamester rumgespielt. Jetzt sind sie zu einer – wie ich finde – schönen Lösung gekommen. Man kann die Kurse im eigenen Tempo durchgehen und alle 8 Wochen wird das final exam angeboten.

    Udacity hat übrigens noch eine interessante Einnahmequelle: Headhunter. Man kann im Profil mittlerweile auch ein Lebenslauf hinterlegen und seine Daten für die Suche freigeben.

    Wie meinst du das eigentlich mit es gibt kein “final exam”. Sowohl bei Coursera als auch bei Udacity gibt es doch im Allgemeinen eine Prüfung am Ende. Bei Coursera häufig auch eine Midtermprüfung.

    Ich finde an den Aufzeichnung übrigens auch sehr schön, dass ich einfach zurückspringen kann, wenn ich was nicht verstanden habe oder einfach die Geschwindigkeit erhöhen kann (wobei ich das Minimum bei Udacity mit 1,5x meist schon zu schnell finde).

    Ich finde es auch skurril, dass manche Professoren Studenten in ihrer Vorlesung haben wollen, sie aber nicht durch gute Vorlesungen dazu bringen sondern irgendwie eine Not dazu einführen. Wenn Skripte nur in Stücken oder gar nicht kommen, scheint es aber meist daran zu liegen, dass sie die Arbeit nicht machen wollen bzw. nicht dazu kommen.

    Das mit den Passwörtern ist meist aus Urheberrechtsgründen, was ja eher der Politik als den Profs vorzuwerfen ist.

    Ich glaube auch nicht, dass sich unsere Unis in der Masse da bald bewegen werden, aber ich habe bei der aktuellen Umfrage an unserer Uni schon mal entsprechende Anregungen gemacht 🙂

    Es gibt übrigens auch Unis (in DE), die viele Videoaufzeichnungen von der Vorlesungen machen, diese aber nicht bei iTunes U einstellen.

    Insgesamt ein schöner Artikel und eine schöne Übersicht, die du da geschrieben hast 🙂 Vllt. könntest du noch auf http://www.class-central.com/ verlinken.

    • Danke für den ausführlichen Kommentar. Soweit ich das überblicken kann, ist bei Coursera das mit dem “Final Exam” optional, bzw. abhängig vom jeweiligen Kurs. Ich hab mal bei Computer Vision reingeschnuppert (was mir übrigens garnicht gefällt, von der Aufmachung :/ ), und da sieht es so aus als wenn es garkein Exam und auch nur wenig Hausaufgaben gibt.

      Zu den Skripten: Ja, das hat die unterschiedlichsten Gründe. An der FH an der ich vorher war, war es auch so, dass es Profs gab, die das Skript schon komplett hatten, und auch nicht verändert hatten, o.Ä. (dem Anschein nach auch schon seit 100 Jahren das selbe Skript == Folien verwenden), und es trotzdem immer nur gestückelt herausgegeben haben. Ganz schlimm waren die, die es noch nicht einmal digital heraus rücken wollten (dann würde man es ja verbreiten), und immer nur eine Vorlage zum kopieren herumgereicht hatten.

      Und wir haben hier leider auch solche Profs (neben denen, die natürlich ihr Skript parallel fertig stellen, garkeine Frage).

      Zur Urheberrechtsfrage: Viele amerikanische Universitäten können ihre Skripte hochladen, weil sie gleichzeitig Urheber des Materials sind… 😉
      Aber in der Biologie beispielsweise gibt es nur sehr wenige Skripte, weil die Professoren das nicht wollen – und da handelt es sich größtenteils nicht um urheberrechtliches Material. Ich sitz jetzt in der Vorlesung, wo jeder Fachbereich seinen Fachbereich sowie die eigenen Forschungen vorstellt… da kann relativ wenig kopiert werden…

      Und danke für den Hinweis mit http://www.class-central.com. Gewollt hatte ich das, aber dann im Laufe des Artikels leider wieder vergessen…

  2. Pingback: Coursera am Explodieren & Coursera-Gruppe in Kiel « ~ PygoscelisPapua ~

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