Ich habe einen neuen Laptop (dazu vielleicht später mehr), und auch wenn es sehr viel Arbeit ist, habe ich beschlossen, meine Daten manuell ins neue System zu übertragen. Warum? Ich habe bestimmt etliche Daten, die einfach nur als Leichen im System sind – etliche Software, Konfigurationsänderungen, Library-Dateien, die das System voll müllen, die aber nicht mehr gebraucht werden.
Klar es gibt eine Hand voll Tools, mit denen man so etwas auch ansatzweise automatisiert bereinigen kann. Aber das Hauptproblem bleibt: Systeme “verrotten” wie Software. Leider.Klar, es gibt Systeme, die sind anfälliger als andere, aber ob es nun ein Windows, ein Linux oder ein Unix ist – irgendwann erwischt es sie alle.
Aber das soll hier eigentlich nicht thematisiert werden. Beim manuellen übertragen, von bspw. Adressen, bin ich darauf gestoßen, dass ich viele Leute beispielsweise in meinen Adressbüchern habe, zu denen ich schon länger keinen Kontakt mehr habe. Oft hat es sich einfach nur auseinander gelebt. Manchmal hat man sich zerstritten. Bei einigen ist es fast egal, weil man nie stark befreundet war – bei anderen wiederum schmerzt es. Besonders schlimm finde ich die Fälle, die sich plötzlich einfach nicht mehr melden (wie z.B. ein gewisser Herr M.W. oder ein J.W.). Oft spreche ich solche Menschen plötzlich, und aus einer Laune heraus an, man plaudert, tauscht ein paar biographische Ereignisse aus, die sich seit dem letzten Zusammentreffen ereignet haben. Dann wiederum verläuft sich das ganze oft wieder. Wie gesagt, man hat sich ja irgendwie eh nichts mehr zu sagen.
Nun steh ich vor der großen Frage: Was tun mit solchen Kontakten? Meine Adressbuch-Applikation habe ich schon zu bestimmt 30% zusammengestaucht (gut, es ist auch wieder mehr geworden, weil ich etliche neue Kontakte hinzugefügt habe – oft ohne deren Wissen – StudiVZ/facebook macht’s möglich). Jetzt habe ich das gleiche Problem bei meinem Messenger. Auf der einen Seite bringt das Ansprechen irgendwo nichts mehr. Das weiß ich. Die Stunden, die man sich mal geschrieben hat, sind vorbei. Andererseits lese ich die Namen dann im Messenger und erinnere mich an die schöne Zeit. “Curufin” und “bigFE” beispielsweise, aus meiner “Underground-Hacker-Zeit”. Kennengelernt über das “Buha”. Besonders “Curufin” mit dem ich mich lange und ausgiebig über den Buha-Coco, dem Coding-Contest unterhalten habe. Mein erstes mal, dass ich besonders herausfordernde Sachen schreiben musste – und wir haben uns kein einziges Mal Code ausgetauscht, sondern uns immer nur auf einem höheren Level über die Aufgaben unterhalten. 10 Jahre ist es mittlerweile her. Und dann erst die Leute, die ich davor kennengelernt hatte. Angeregt von meinem damals besten Freund der nach Australien ziehen musste, habe ich mir ICQ installiert, zu einer Zeit, in der das in Deutschland noch niemand kannte. Und daher hab ich mich mit wildfremden Leuten aus der ganzen Welt unterhalten (damals war das noch üblich, dass man sich einfach über ICQ gesucht, und geaddet hatte – da gab es ja auch noch keine Sex-Bots, und Spammer, und so Geschichten… ), das Mädel aus der Türkei, das so intelligent war, die Amerikanerin, die mir beibrachte, was LOL und LMAO bedeutet (ich dachte zunächst das seinen Personen, über die sie sprach). Ein weiterer Kontakt aus Brasilien, einer in der Ukraine (man war das eine lebensfrohe Person). Dann die ersten deutschen Kontakte, zunächst kennengelernt auf Web-Chats, bis dann auch endlich ICQ bekannt wurde. Und dann kam es auch langsam in meiner Schule an.
Das hört sich jetzt ganz stark nach Messi an, aber: Behalte ich solche Kontakte? Just for the sake of the memories? Ein Großteil der Nummern ist eh verwaist. Andere kommen zwar noch Online, aber entweder ich habe keine Autorisierung mehr, oder sie nicht, oder wie auch immer. Und selbst wenn… zu sagen hätte man sich eh nichts mehr (wenn man denn überhaupt noch weiß, wer der andere ist – das kommt ja auch noch vor). Löschen? Was meint ihr?
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